ADNOC übernimmt Covestro – doch die Chemiebranche bleibt in der Krise
Die Übernahme von Covestro durch ADNOC steht kurz vor dem Abschluss, während der Aktienkurs knapp über der Angebotsgrenze liegt. Unterdessen kämpft die chemische Industrie weiterhin mit anhaltenden Herausforderungen, darunter sinkende Unternehmenswerte und Stellenabbau. Zudem wurde eine neue Tarifeinigung für die Beschäftigten der Branche erzielt.
Die Übernahme von Covestro durch ADNOC befindet sich in der finalen Phase. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 59,54 Euro und damit leicht über dem festen Barangebot von 59,46 Euro pro Aktie. Allerdings ist der Marktwert des Unternehmens seit Ende 2025 um etwa 16 Prozent gesunken – von 14,7 Milliarden auf rund 12,4 Milliarden Euro. Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 98,3 im Jahr 2026 spiegelt dabei eher die Übernahmebedingungen wider als die tatsächliche Ertragslage.
Parallel dazu haben ADNOC und OMV die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur neu gegründeten Borouge Group International (BGI) fusioniert. Das neue Unternehmen wird zum viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt aufsteigen. Als CEO wurde Roger Kearns ernannt, während Stefan Doboczky die Position des Chief Commercial Officers übernimmt.
Die chemische Industrie bleibt unter Druck: BASF-Chef Markus Kamieth spricht von der "schwierigsten Phase seit 25 Jahren". Das Ifo-Institut prognostiziert weitere Produktionskürzungen und Arbeitsplatzverluste im deutschen Chemiesektor bis 2026. Trotz der Krise haben sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Arbeitgeberverband BAVC auf eine Lohnerhöhung geeinigt: 2027 steigen die Gehälter um 2,1 Prozent, 2028 kommt ein weiterer Anstieg um 2,4 Prozent hinzu.
Die Covestro-Übernahme wird zwar zu einem Aufschlag abgeschlossen, doch der Marktwert des Unternehmens ist gesunken. Die neu gegründete Borouge Group International wird künftig zu den weltweit führenden Kunststoffproduzenten zählen. Trotz der vereinbarten Lohnerhöhungen bleibt die Branche durch rückläufige Produktion und Stellenstreichungen im kommenden Jahr unter Druck.






