30 March 2026, 16:38

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper mit Un ballo in maschera

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Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper mit Un ballo in maschera

An der Berliner Staatsoper feierte eine mutige Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera Premiere – mit Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Aufführung löste sowohl begeisterten Applaus im Saal als auch Proteste von Demonstranten vor dem Gebäude aus. Netrebko, die die Rolle der Amelia übernahm, kehrte damit in die deutsche Hauptstadt zurück – begleitet von anhaltenden Kontroversen über ihre früheren Verbindungen zu Russland.

Die Inszenierung selbst verband traditionelle Oper mit modernen Themen und bezog sich unter anderem auf queere Ballroom-Kultur und die AIDS-Krise. Unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola dirigierte dieser das Orchester, während Rafael R. Villalobos für die optisch beeindruckende Regie verantwortlich zeichnete.

Netrebkos Auftritt in Berlin folgte auf ihre Darstellung im März 2026 in Verdis Nabucco am selben Haus. Auch damals hatte es vor der Oper Proteste gegeben: Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Im Inneren des Theaters jedoch erntete die Sängerin stehende Ovationen – ein Muster, das sich bei Un ballo in maschera wiederholte.

Die Kritik an Netrebko speist sich aus ihren mutmaßlichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml im Jahr 2021. Dennoch betonte Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit dem Überfall auf die Ukraine nicht dorthin zurückgekehrt sei. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat in Berlin bereits mehrfach auf, darunter in früheren Engagements an der Staatsoper Unter den Linden.

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Auch die jüngste Produktion von Un ballo in maschera blieb nicht ohne Spannungen: Während ein Großteil des Publikums mit starkem Beifall reagierte, gab es während der Vorstellung auch Buhrufe. Villalobos' Regie integrierte zeitgenössische gesellschaftliche Themen und verwob Elemente queerer Kultur sowie der AIDS-Epidemie in bestimmte Szenen. Mazzolas Dirigat hingegen wurde für seine Energie und Präzision gelobt.

Die Premiere unterstrich einmal mehr die anhaltende Zerrissenheit zwischen Netrebkos künstlerischer Rezeption und den politischen Kontroversen, die sie umgeben. Trotz der Proteste führte die Staatsoper ihr Weihnachtsprogramm mit ihr in der Hauptrolle fort. Die Inszenierung selbst, mit ihren modernen Neudeutungen, markierte einen weiteren Höhepunkt im Berliner Kulturkalender.

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