Bayer setzt auf Kerendia-Ausweitung trotz Roundup-Rechtsstreit und Milliardenverlusten
Friederike RuppersbergerBayer setzt auf Kerendia-Ausweitung trotz Roundup-Rechtsstreit und Milliardenverlusten
Bayer hat Pläne bekannt gegeben, die Zulassung seines Nierenmedikaments Kerendia auf weitere Patientengruppen auszuweiten. Dieser Schritt folgt auf erfolgreiche klinische Studien an nicht-diabetischen Patienten. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen Herausforderungen durch sein Unkrautvernichtungsmittel Roundup konfrontiert – ein entscheidendes Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA steht für nächstes Jahr an.
Anleger reagierten positiv auf die medizinischen Fortschritte: Die Aktie stieg um 4,71 % auf 40,25 Euro.
Trotz der finanziellen Belastung durch anhaltende Rechtsstreitigkeiten zeigte die Pharmasparte von Bayer eine stabile Performance. Für das Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, vor allem bedingt durch hohe Prozesskosten. Die Nettoverschuldung kletterte zudem auf fast 30 Milliarden Euro.
Auf medizinischem Gebiet erreichte Kerendia in einer aktuellen Studie zu nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung sein primäres Ziel. Bei einer Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA könnte das Medikament einer deutlich größeren Patientengruppe zugutekommen – und damit potenziell die Umsätze steigern.
Die rechtlichen Auseinandersetzungen bleiben für Investoren ein zentrales Thema. Am 1. April 2026 werden vor dem US Supreme Court mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup stattfinden – zeitgleich mit der Hauptversammlung von Bayer. Dort stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab. Eine endgültige Entscheidung im Streit um die Warnhinweise wird bis Mitte Juni 2026 erwartet.
Das Unternehmen beobachtet die rechtlichen Entwicklungen genau, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Glyphosat-Lieferketten. Diese Faktoren könnten in den kommenden Jahren die finanzielle Stabilität und Marktposition von Bayer beeinflussen.
Der Vorstoß zur erweiterten Zulassung von Kerendia markiert einen wichtigen Schritt in der Pharmastrategie des Konzerns. Gleichzeitig wird das Urteil des Supreme Court im Roundup-Fall die rechtliche und finanzielle Zukunft des Unternehmens prägen.
Angesichts steigender Aktienkurse nach den positiven Studienergebnissen verfolgen Anleger sowohl die medizinischen als auch die juristischen Entwicklungen als zentrale Treiber für die Performance von Bayer.