14 April 2026, 20:28

Berliner Rave-Protest kämpft um das bedrohte RAW-Gelände in Friedrichshain

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken, mit verstreuten Taschen und Gegenständen, unter einem klaren blauen Himmel und umgeben von Bäumen.

Berliner Rave-Protest kämpft um das bedrohte RAW-Gelände in Friedrichshain

Rave-Protest in Berlin: Kampf um den Erhalt des RAW-Geländes

Am kommenden Samstag soll in Berlin ein Protest-Rave stattfinden, um das RAW-Gelände zu retten – ein bedrohtes kulturelles Zentrum. Die Demonstration erhält Unterstützung von lokalen Parteien, darunter SPD, Grüne und Die Linke. Gleichzeitig treibt die Eigentümerin, das familiengeführte Unternehmen Kurth, die Umstrukturierungspläne voran, die mehrere Clubs zur Schließung zwingen könnten.

Das RAW-Gelände in Friedrichshain-Kreuzberg steht seit 2015 im Mittelpunkt eines langwierigen Konflikts. Kurth, das das Areal besitzt, pocht trotz eines Bezirksbeschlusses, der explizit Wohnungsbau auf dem Gelände verbietet, auf eine Bebauung. Nun besteht das Unternehmen darauf, dort trotzdem Wohnraum zu schaffen.

Kurth hat bereits Schritte eingeleitet, um den Betrieb einzustellen, indem es Genehmigungen für zentrale Veranstaltungsorte widerrufen hat. Clubs wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia stehen nun vor der Schließung, nachdem das Unternehmen die Verlängerung ihrer kurzfristigen Mietverträge verweigert hat. Betreiber werfen Kurth aggressive Vorgehensweisen vor, während das Unternehmen informell eine Frist bis Ende dieses Monats gesetzt hat, um Klarheit in Sachen Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten zu schaffen.

Zwischen Kurth und dem Bezirk existiert ein Entwurf für eine Vereinbarung, die soziokulturelle Räume bei künftigen Umstrukturierungen priorisieren soll. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell dieser Entwurf in einen rechtlich bindenden Plan umgewandelt werden soll. Die Clubbetreiber, die nicht nachgeben wollen, fordern eine endgültige Entscheidung, um die Unsicherheit zu beenden.

Da die Zeit drängt, mobilisieren Aktivisten und Mitarbeiter der Veranstaltungsorte Unterstützung, um das RAW-Gelände zu erhalten. Der geplante Rave-Protest spiegelt die wachsende Frustration über den möglichen Verlust eines Ortes wider, der seit Langem ein Eckpfeiler der Berliner Alternativkultur ist.

Die Zukunft des RAW-Geländes hängt nun von Verhandlungen zwischen Kurth, dem Bezirk und den Clubbetreibern ab. Ohne erneuerte Genehmigungen oder eine verbindliche Vereinbarung könnten mehrere bekannte Veranstaltungsorte dauerhaft schließen müssen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das Areal als kulturelles Wahrzeichen erhalten bleibt oder durch einen umstrittenen Wandel in Wohnraum umgewandelt wird.

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