27 April 2026, 20:33

CDU-Mitglieder brechen Tabu: Erstes Bündnis mit der AfD in Hessen

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die ihre politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

CDU-Mitglieder brechen Tabu: Erstes Bündnis mit der AfD in Hessen

Die langjährige politische Brandmauer gegen die rechtspopulistische AfD zeigt erste Risse. Lokale CDU-Vertreter in Biebesheim, Hessen, brachen kürzlich mit der Parteilinie und gingen ein Bündnis mit der AfD ein, um ehrenamtliche Stellvertreter-Bürgermeister zu wählen. Dieser Schritt löste Parteiausschlussverfahren und scharfe Kritik aus den eigenen Reihen aus.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In Biebesheim schlossen sich CDU-Mitglieder mit der AfD zusammen, um Sitze im Gemeindevorstand zu sichern. Die Entscheidung stieß umgehend auf Widerstand bei gemäßigteren CDU-Kräften und führte zu disziplinarischen Maßnahmen gegen die Beteiligten.

Die Folgen der Affäre offenbaren tiefere Gräben: CDU-Politiker in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg stellen die Brandmauer-Strategie zunehmend infrage. Umfragen deuten darauf hin, dass die Mehrheit der Wähler etablierter Parteien die Ausgrenzung der AfD nicht mehr unterstützt.

Der AfD-Abgeordnete Ruben Rupp behauptet, eine Zusammenarbeit mit seiner Partei werde angesichts wachsender Zustimmungswerte unausweichlich. Gleichzeitig warnte der AfD-Politiker Richard Graupner, weitere Ausschlüsse könnten dazu führen, dass die CDU bald eher durch ihre ausgeschlossen Mitglieder als durch ihre aktiven geprägt werde.

Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach meldete sich zu Wort und bezeichnete die Ausschlussverfahren als undemokratisch. Sie warf dem CDU-Kreisverband vor, Demokratie wie ein "Fremdwort" zu behandeln.

Die Abstimmung in Biebesheim hat die Debatte um die Brandmauer-Strategie weiter angeheizt. Zwar laufen die Parteiausschlussverfahren, doch wächst der Widerstand innerhalb der CDU. Angesichts des erstarkten AfD-Einflusses bleibt die Zukunft dieser Politik ungewiss.

Quelle