Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm manipulatives Verhalten und Identitätsmissbrauch vor
Friederike RuppersbergerChristian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm manipulatives Verhalten und Identitätsmissbrauch vor
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm manipulatives und missbräuchliches Verhalten vor, darunter die Vortäuschung ihrer Identität im Internet. Die Anschuldigungen haben die Kritik an Ulmens früheren TV-Projekten neu entfacht, die viele heute als sexistisch und ausbeuterisch betrachten.
Fernandes bezeichnete sein Handeln als "virtuelle Vergewaltigung" und erklärte, er habe persönliche Grenzen auf eine Weise überschritten, die weit über künstlerische Darstellungen hinausging.
Ulmen wurde in den mittleren 2000er-Jahren mit Formaten bekannt, die oft auf derben Humor und Geschlechterklischees basierten. In Mein neuer Freund spielte er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund", der Frauen gezielt vor ihren Familien bloßstellte. Ein weiteres umstrittenes Format war Wer will meine Freundin vögeln?, bei dem Männer in abwertenden Challenges darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin habe.
Zu seinen früheren Arbeiten zählte Ulmen Television (2003–2006), eine versteckte-Kamera-Streichshow mit Sketchen, die heute weithin für die Sexualisierung von Frauen kritisiert werden. Später gerieten Neues aus Büttenwarder (2011–2012) und Knallerfrauen (2011–2014) trotz ihrer damaligen Popularität in die Kritik, weil sie frauenfeindliche Klischees reproduzierten.
Fernandes' Vorwürfe gehen jedoch über Ulmens TV-Rolle hinaus. Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, pornografische Inhalte verbreitet und Telefongespräche mit sexuellem Inhalt geführt, während er sich als sie ausgab. Ihre Entscheidung, öffentlich zu sprechen, wird mit anderen Fällen verglichen, in denen Männer die Grenzen von Frauen – sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit – verletzten.
Der Skandal hat Debatten über Verantwortung ausgelöst, wobei viele auf das Motto der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot verweisen: "Die Scham muss die Seite wechseln." Kritiker argumentieren, dass Ulmens früheres Werk – einst als provokante Comedy abgetan – heute als Teil eines Musters schädlichen Verhaltens erscheint.
Fernandes' Aussagen reihen sich in eine wachsende Liste von Anschuldigungen gegen Ulmen ein, die seine Bühnenfigur mit mutmaßlichem Fehlverhalten im echten Leben verknüpfen. Die Kontroverse zeigt auch, wie sich die Wahrnehmung seiner älteren Shows gewandelt hat: Viele empfinden sie heute als überholt und verletzend.
Der Fall wirft Fragen nach den langfristigen Folgen solcher Inhalte auf – und nach der Verantwortung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihr Handeln jenseits der Kamera.






