Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr
Friederike RuppersbergerDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr
Die Deutsche Bahn hat bekannt gegeben, dass die Preise für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai für ein Jahr stabil bleiben. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, die Belastungen durch die Energiekrise abzumildern. Kritiker aus dem Fahrgastbereich halten die Entscheidung jedoch für unzureichend.
Vorstandschefin Evelyn Palla bestätigte die Preissperre und betonte, sie komme Reisenden in Zeiten steigender Kosten entgegen. Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender der Fahrgastvereinigung Pro Bahn, bezeichnete die Maßnahme dagegen als ungenügend. Angesichts anhaltender Verspätungen und häufiger Zugausfälle reiche ein einfaches Einfrieren der Preise nicht aus, so Neuß.
Er ging noch einen Schritt weiter und erklärte, eine Preiserhöhung wäre unter den aktuellen Bedingungen unvertretbar. Zudem bleibe unklar, wie sich die Regelung auf die dynamische Preisgestaltung auswirke – also auf das System, bei dem sich die Ticketpreise je nach Nachfrage ändern. Laut Neuß schwanken die Kosten für Fernverkehrstickets ohnehin bereits stark, abhängig von Strecke und Buchungszeitpunkt.
Pro Bahn fordert statt einer bloßen Preissperre deutliche Senkungen. Neuß bestehe darauf, dass die Bahn die Tarife für einen festgelegten Zeitraum reduzieren müsse, um die Fahrgäste wirksam zu entlasten.
Die Preissperre tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für zwölf Monate. Mit der Entscheidung will die Deutsche Bahn die finanziellen Folgen der Energiekrise abfedern. Doch angesichts von Sorgen um die Servicequalität und die Transparenz der Preise bleibt der Druck auf weitere Reformen bestehen.






