27 June 2026, 02:29

Dieter Nuhrs umstrittene Aussagen zu Femiziden lösen Empörungswelle aus

Hunderte von Femiziden: Dieter Nuhr sieht 'praktisch null' Gefahr f"ur Frauen

Dieter Nuhrs umstrittene Aussagen zu Femiziden lösen Empörungswelle aus

Der Komiker Dieter Nuhr sah sich mit heftiger Kritik konfrontiert, nachdem er in seiner Sendung Nuhr im Ersten XXL am 18. Juni umstrittene Äußerungen zu Femiziden und häuslicher Gewalt in Deutschland getätigt hatte. Seine Aussagen lösten eine Welle der Empörung aus – viele warfen ihm vor, Frauen eine Mitschuld an der Gewalt gegen sie zu unterstellen.

Nuhr thematisierte die Zahl der Femizide in Deutschland und verwies darauf, dass es jährlich etwa 300 bis 350 solche Tötungsdelikte gebe. Zwar betonte er, dass jeder einzelne Todesfall tragisch sei, doch argumentierte er, das statistische Risiko, dass eine Frau von ihrem Partner getötet werde, bleibe extrem gering. Die offiziellen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) für 2024 verzeichnen 328 getötete Mädchen und Frauen.

Zudem setzte er sich mit dem Begriff der „strukturellen“ Gewalt auseinander, den er als ungerechte Verallgemeinerung kritisierte, die Männer pauschal unter Generalverdacht stelle. Nuhr wies den Vorwurf zurück, die Schwere von Femiziden zu verharmlosen, und präzisierte, es gehe ihm um den missbräuchlichen Umgang mit Statistiken. Später riet er Frauen, sich vor einer intimen Beziehung ausreichend Zeit zu nehmen, um ihren Partner kennenzulernen – als präventive Maßnahme.

Kritiker reagierten umgehend und warfen ihm vor, damit Opfer die Schuld zuzuschieben. Sie verwiesen darauf, dass in Deutschland fast 80 Prozent der Betroffenen von Partnerschaftsgewalt Frauen sind. Nuhr wies die Vorwürfe, das Problem zu verharmlosen, zurück und beharrte darauf, mit seinem Beitrag übertriebene und pauschale Aussagen über Männer infrage stellen zu wollen.

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Die Debatte zeigt die Spannungen auf, die bei der öffentlichen Diskussion über geschlechtsspezifische Gewalt bestehen. Nuhrs Aussagen und die anschließenden Reaktionen spiegeln unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung und die Interpretation statistischer Daten wider. Die offiziellen Zahlen belegen indes die anhaltende Realität von Femiziden in Deutschland – allein 2024 wurden 328 Fälle registriert.

Quelle