Fotografen zünden Brände für spektakuläre Aufnahmen – Prozess beginnt
Heidelore BinnerBrandstiftung und Profit? Zwei Fotografen vor Gericht - Fotografen zünden Brände für spektakuläre Aufnahmen – Prozess beginnt
Vor dem Landgericht Dessau-Roßlau hat der Prozess gegen zwei freiberufliche Fotografen begonnen, die beschuldigt werden, vorsätzlich Brände gelegt zu haben, um Aufnahmen der Flammen zu verkaufen. Die beiden Männer, 23 und 33 Jahre alt, waren im vergangenen September in Raguhn festgenommen worden, nachdem ein verdächtiges Feuer in einem verlassenen Bahnhofsgebäude ausgebrochen war.
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten über mehrere Monate hinweg wiederholt Brände in Wäldern und Lagerhallenkomplexen gelegt haben. Den Ermittlungen zufolge wählten sie gezielt Orte aus, an denen sich die Flammen schnell ausbreiten und die Löscharbeiten erschweren würden. Der angerichtete Sachschaden wird auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag geschätzt.
Die Beschuldigten sollen Fotos und Videos der Brände an Medien verkauft und damit Beträge im mittleren vierstelligen Bereich eingenommen haben. Eine Sonderermittlungsgruppe hatte ihre Aktivitäten bereits vor den Festnahmen beobachtet. Beide Männer stehen in keiner bekannten Verbindung zu etablierten Nachrichtenagenturen oder Medienhäusern.
Nach deutschem Recht gelten die Angeklagten bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, während das Verfahren läuft.
Der Fall hat öffentliche Aufmerksamkeit erregt, da das mutmaßliche Motiv hinter den Brandstiftungen ungewöhnlich ist. In den vergangenen fünf Jahren gab es in Deutschland keine vergleichbaren Vorfälle, bei denen Feuer ausschließlich gelegt wurden, um Bilder davon zu machen und zu verkaufen. Das Gericht wird nun die Beweise prüfen, bevor es zu einer Entscheidung kommt.






