Gewerkschaft NGG warnt vor sozialer Spaltung durch ungerechte Steuerpolitik
Friederike RuppersbergerGewerkschaft NGG warnt vor sozialer Spaltung durch ungerechte Steuerpolitik
Gewerkschaft NGG Leipzig-Halle-Dessau warnt vor wachsender sozialer Spaltung in Deutschland
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Leipzig-Halle-Dessau hat Alarm geschlagen: Die aktuelle Politik vertiefe die Ungleichheit zwischen Arbeitnehmern und Vermögenden und treibe die Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs.
Besonders deutlich werden die Gegensätze laut NGG im Raum Halle (Saale), wo 42 Einkommensmillionäre rund 102.300 Beschäftigten in Handel, Industrie und Dienstleistung gegenüberstehen. Gewerkschaftschef Christian Ullmann kritisierte das Steuersystem als "Steuerwahnsinn" – während Arbeit stark belastet werde, bleibe Vermögen weitgehend verschont. Ein durchschnittliches Paar zahle etwa 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Sozialabgaben, Kapitalerträge hingegen nur pauschal 25 Prozent.
Die NGG fordert dringende Reformen, um die Spaltung zu stoppen. Dazu gehören eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, eine gerechtere Vermögensverteilung sowie grundlegende Reformen bei Renten und Gesundheitsversorgung. Zudem verlangt die Gewerkschaft die Abschaffung des Ehegattensplittings, da dies mehr Frauen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern und traditionelle Rollenbilder aufbrechen würde.
Ullmann warnte, dass Werktätige "abgekanzelt" würden, während die Reichsten von steuerlichen Privilegien profitierten. Die NGG drängt die Politik zum Handeln, bevor sich die Kluft weiter vertieft.
Die Forderungen der Gewerkschaft kommen zu einer Zeit, in der der Druck auf einen politischen Kurswechsel wächst. Sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie Steuern, Sozialsysteme und die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsmarkt grundlegend verändern. Der Vorstoß der NGG spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Gerechtigkeit in Deutschland wider.






