14 March 2026, 06:58

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Grundrisses eines Hauses mit mehreren Räumen, die mit Details über die Raumanzahl und -größen beschriftet sind, der als die Villa in Dresden, Deutschland, gilt.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Domizil von Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, am Ufer des Starnberger Sees erworben. Das Anwesen, das dem legendären Humoristen lange als privater Rückzugsort diente, besitzt über seine malerische Lage hinaus große kulturelle Bedeutung. Zwar drehte Loriot hier kaum Filme, doch sein Werk – von Büchern bis hin zu Kinoproduktionen – prägt den deutschen Humor bis heute.

Vicco von Bülow, alias Loriot, wurde in den 1950er-Jahren mit satirischen Büchern wie Der gute Ton. Eine Gebrauchsanweisung für Feinbürger und Reinhold das Nashorn. Zwei Experten enthüllen 20 erprobte Liebestricks berühmt. Sein scharfer Witz führte ihn bald zum Fernsehen, wo seine Sketch-Comedys und die Serie Loriot (1973–1976) zu Klassikern wurden. Die meisten dieser Produktionen entstanden jedoch in Studios, etwa denen des Bayerischen Rundfunks in München, und nicht in seinem Haus am Starnberger See.

In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren wandte sich Loriot dem Film zu und drehte Ödipussi (1988) sowie Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Letzterer beginnt mit der Entlassung Heinrich Lohses aus dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg, die eine Kette familiärer Missgeschicke auslöst. Eine zentrale Szene – die Geburtstagsfeier für Renate Lohses Mutter – wurde auf der Ahlbecker Seebrücke auf Usedom gedreht. Ödipussi hingegen zeigte das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, Italien.

Doch Loriots Vermächtnis lebt auch abseits der Leinwand weiter. Das Sofa, auf dem er oft mit Hamann saß, steht heute im Foyer von Radio Bremen. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, engagiert sich seit Langem für den Erhalt kultureller Stätten, etwa bei der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam. Mit dem Kauf des Hauses am Starnberger See setzt er diese Tradition fort.

Der Verkauf von Loriots ehemaligem Zuhause an Jauch sichert dessen Bewahrung als Teil des deutschen Kulturerbes. Zwar diente das Anwesen kaum als Filmkulisse, doch es bleibt untrennbar mit einem Mann verbunden, dessen Werk die Comedy-Landschaft über Jahrzehnte prägte. Das Grundstück reiht sich nun ein in die Liste der Orte, die an Loriots anhaltenden Einfluss erinnern.

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