Haushaltskrise in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigungslosigkeit und droht die Kontrolle zu verlieren
Falk HornigHaushaltskrise in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigungslosigkeit und droht die Kontrolle zu verlieren
Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026
Bei einer marathonlangen Sitzung am Freitag scheiterte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein an der Verabschiedung des Haushalts für 2026. Die Blockade entstand nach einem Streit über einen vorgeschlagenen Einstellungsstopp – zurück bleibt der Kreis ohne finanziellen Rahmenplan. Beamte warnen nun, dass die Mittel noch vor der nächsten Ratssitzung im Juni aufgebraucht sein könnten.
Die sechseinhalbstündige Debatte umfasste Fördermittel für neue Wanderwege, lokale Projekte und weitere Kreisangelegenheiten. Doch der zentrale Streitpunkt war ein Antrag der CDU, alle offenen Stellen vorerst nicht zu besetzen – mit Ausnahme von Notfällen. Landrat Andreas Müller (SPD) wies darauf hin, dass davon 108 Arbeitsplätze betroffen wären.
Die CDU zog den Vorschlag später nach rechtlichen Bedenken zurück, doch zu diesem Zeitpunkt war der Haushaltsprozess bereits ins Stocken geraten. Ohne einen beschlossenen Stellenplan konnte kein endgültiger Etat festgesetzt werden. In der Folge lehnte der Kreistag das gesamte Finanzpaket ab.
Da nun kein Haushalt vorliegt, muss der Kreis vorläufig in einer "vorläufigen Haushaltsführung" agieren und kann nur noch gesetzlich verbindliche Verpflichtungen erfüllen. Der Kämmerer steht nun vor der Aufgabe, mit Banken über Notkredite zu verhandeln und Unterstützung bei der Bezirksregierung Arnsberg zu beantragen. Sollte der Rat auch im Juni keine Einigung erzielen, hat die übergeordnete Behörde das Recht, Siegen-Wittgenstein einen Haushalt vorzuschreiben.
Der Dispositionskredit des Kreises ist nahezu aufgebraucht, und die Mittel könnten bis zur nächsten Sitzung nicht ausreichen. Die Verwaltung arbeitet unterdessen an der Beschaffung kurzfristiger Liquiditätshilfen, während der Rat unter Druck steht, die Pattsituation zu lösen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Bezirksregierung die Haushaltshoheit über den Kreis übernimmt.






