Immer weniger schaffen den Sprung aus Minijobs in feste Arbeitsverhältnisse
Friederike RuppersbergerImmer weniger schaffen den Sprung aus Minijobs in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland schaffen den Übergang von Minijobs – also geringfügigen, schlecht bezahlten Teilzeitstellen – in reguläre Arbeitsverhältnisse. Während 2017 noch über 100.000 diesen Schritt gewagt hatten, ging die Zahl bis 2022 deutlich zurück. Behörden führen den Rückgang vor allem auf fehlende Anreize und die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück.
2017 wechselten noch 102.084 Menschen aus Minijobs in Jobs mit vollen Sozialversicherungsbeiträgen. Im selben Jahr schafften auch 27,1 Prozent der Bezieher von aufstockenden Sozialleistungen den Sprung in reguläre Beschäftigung.
Bis September 2022 hatte sich die Situation verschlechtert: Nur noch 50.831 Personen fanden den Weg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, wobei die Hochrechnungen für das gesamte Jahr auf etwa 67.775 Übergänge hindeuteten. Die Quote bei Empfängern von Aufstocker-Leistungen in Minijobs sank auf 18,6 Prozent.
Politiker bewerteten den Rückgang unterschiedlich. Hülya Düber, CSU-Abgeordnete im Bundestag, machte unzureichende Anreize im System für die Entwicklung verantwortlich. Die Bundesagentur für Arbeit hingegen nannte die schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund. Jan Feser, AfD-Bundestagsabgeordneter, kritisierte die Behörde dafür, die Arbeitslosigkeit nicht wirksam zu bekämpfen.
Der Rückgang der Übergänge von Minijobs in reguläre Beschäftigung spiegelt die größeren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Mit weniger als 70.000 erwarteten Wechseln im Jahr 2022 unterstreicht der Trend die anhaltenden Schwierigkeiten für Geringverdiener. Behörden und Politiker diskutieren weiterhin über die Ursachen und mögliche Lösungsansätze.






