Jungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungswechsel
Falk HornigJungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungswechsel
Jungheinrich meldet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal – Finanzvorständin verlässt das Unternehmen früher als geplant
Der Staplerhersteller Jungheinrich verzeichnete im ersten Quartal einen drastischen Rückgang der Erträge: Der Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor einem Führungswechsel, nachdem Finanzvorständin Heike Wulff überraschend vorzeitig ausschied. Vorstandschef Lars Brzoska übernimmt nun vorübergehend die Leitung des Finanzressorts.
Das in Hamburg ansässige Unternehmen sah sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal um 50 Prozent einbrechen. Die Unternehmensführung führte den Rückgang auf harte Konkurrenz und einen Streik am Produktionsstandort Lüneburg zurück. Der finanzielle Dämpfer fällt in eine Phase, in der der Börsenwert von Jungheinrich seit Ende 2025 um fast 30 Prozent geschrumpft ist und nun bei etwa 2,6 Milliarden Euro liegt.
Heike Wulff, die Anfang 2026 in den Vorstand berufen worden war, wird nicht länger im Unternehmen bleiben. Ihr vorzeitiger Abschied erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat – ihr Vertrag hätte eigentlich noch bis Mai 2027 gelaufen. Bis eine Nachfolge gefunden ist, wird CEO Lars Brzoska die Finanzabteilung zusätzlich zu seinen bestehenden Aufgaben leiten.
Jungheinrich bleibt weiterhin in der Hand der Gründerfamilie. Die beiden Linien der Nachkommen von Friedrich Jungheinrich halten jeweils 27 Millionen stimmberechtigte Stammaktien, was ihnen gemeinsam eine Beteiligung von 53 Prozent sichert. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die im MDAX gehandelt werden, befinden sich größtenteils in Streubesitz.
Nun steht das Unternehmen vor der doppelten Herausforderung, die finanzielle Performance zu stabilisieren und gleichzeitig einen neuen Finanzvorstand zu finden. Mit Brzoska an der interimistischen Spitze des Ressorts muss Jungheinrich in den kommenden Monaten sowohl operative Probleme als auch das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.






