KNDS expandiert massiv: Militärfahrzeuge und Werksübernahmen in Deutschland
Friederike RuppersbergerKNDS expandiert massiv: Militärfahrzeuge und Werksübernahmen in Deutschland
Der Rüstungskonzern KNDS baut seine Produktionskapazitäten aus, um die steigende Nachfrage nach Militärfahrzeugen zu decken. Das Unternehmen verhandelt derzeit über die Übernahme zweier deutscher Werke, darunter das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde. Zudem läuft ein Investitionsplan über eine Milliarde Euro, um die Fertigungskapazitäten zu erhöhen.
KNDS hatte bereits 2021 das Alstom-Werk in Görlitz übernommen. Nun prüft das Unternehmen weitere Übernahmen, um die Produktion auszuweiten. Mit Mercedes-Benz laufen Gespräche über den Standort Ludwigsfelde, wo die Produktion des Sprinter-Transporters bis 2030 nach Jawor in Polen verlagert werden soll. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch eine Option sieht vor, Teile des Werks für die Herstellung von Militärfahrzeugen anzumieten, während die Transporterfertigung weiterläuft.
Gleichzeitig sondiert KNDS das Volkswagen-Werk in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Volkswagen evaluiert derzeit mögliche Nachnutzungen für den Standort. Der Kapazitätsausbau erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Bundeswehr in den kommenden Monaten bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer bestellen will.
Die Investition von einer Milliarde Euro soll Erweiterungen an mehreren Standorten finanzieren. Zudem führt KNDS Gespräche mit anderen Unternehmen, um zusätzliche Produktionsflächen zu sichern. Das Ziel des Konzerns ist es, seine Position als führender Lieferant von Militärfahrzeugen zu festigen. Die potenziellen Geschäfte in Ludwigsfelde und Osnabrück würden die Kapazitäten deutlich erhöhen – noch bevor große Rüstungsaufträge vergeben werden. Über beide Werke steht eine finale Entscheidung jedoch noch aus.







