19 April 2026, 08:28

Massiver Protest in Berlin gegen Honorarkürzungen für Psychotherapeuten

Eine große Gruppe von Menschen mit Masken spaziert auf einer von Bäumen gesäumten Straße mit Fahrrädern, Gebäuden und Ampeln in Berlin bei einer Demonstration.

Massiver Protest in Berlin gegen Honorarkürzungen für Psychotherapeuten

Rund 1.000 Menschen versammelten sich in Berlin, um gegen geplante Honorarkürzungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu protestieren. Die vom Aktionsbündnis Psychotherapie organisierte Kundgebung richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Zu den Rednerinnen und Rednern zählten Politikerinnen sowie Therapeutinnen und Therapeuten, die eine Rücknahme der Entscheidung forderten.

Der Erweiterte Bewertungsausschuss, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie unabhängige Expertinnen und Experten angehören, hatte die Kürzung beschlossen. Die KBV lehnte die Senkung jedoch ab und kündigte an, rechtlich gegen die Maßnahme vorzugehen.

Auf der Demonstration waren Plakate mit Sprüchen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen" zu sehen. Ricarda Lang von den Grünen und Heidi Reichinnek von der Linken standen gemeinsam mit Psychotherapeutinnen und -therapeuten auf der Bühne und sprachen zu den Versammelten. Offiziell hatten die Veranstalter 500 Teilnehmer angemeldet, doch auf dem Höhepunkt der Kundgebung waren es etwa doppelt so viele.

Das Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat nun bis Mitte Mai Zeit, die Kürzung zu prüfen und gegebenenfalls zu stoppen. Sollte es nicht eingreifen, treten die niedrigeren Sätze wie geplant in Kraft.

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Der Protest zeigte deutlich den breiten Widerstand gegen die Honorarkürzungen, bei dem sowohl Berufsverbände als auch Politikerinnen und Politiker eine Kehrtwende fordern. Die anstehende Klage der KBV und die Prüfung durch das Ministerium werden entscheiden, ob es bei der Kürzung bleibt. Bis dahin wehren sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten weiter gegen die geplante Maßnahme.

Quelle