25 March 2026, 12:32

Öffentlich-rechtliche Talkshows vernachlässigen Wirtschaftsthemen laut neuer Studie

Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Trickle-Down Economics Works Not" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten.

Öffentlich-rechtliche Talkshows vernachlässigen Wirtschaftsthemen laut neuer Studie

Eine neue Studie kritisiert die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands dafür, dass sie in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen vernachlässigen. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführte Analyse ergab, dass sich 2025 nur noch ein Fünftel der Sendungen mit Wirtschaftspolitik beschäftigte – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben warf ARD und ZDF vor, in einer anhaltenden Wirtschaftskrise keine ausgewogene Berichterstattung zu liefern.

Untersucht wurden beliebte Talkformate wie die Sendungen von Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, hart aber fair sowie Maischberger. Dabei zeigte sich, dass von 284 Folgen im Jahr 2025 lediglich 20 Prozent wirtschaftliche Themen behandelten – 2023 waren es noch 33 Prozent. Selbst wenn es um Wirtschaft ging, fehlten oft Vertreter aus der Praxis: In 32 Prozent dieser Sendungen kamen weder Unternehmer noch Branchenexperten zu Wort.

Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent) und Journalisten (27 Prozent) dominiert. Ökonomen machten 14 Prozent aus, Unternehmer nur 5 Prozent und Branchenvertreter lediglich 2 Prozent. Besonders Maischberger fiel negativ auf: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen waren keine Stimmen aus der Wirtschaft vertreten. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und bezog regelmäßig Vertreter der Wirtschaft ein.

Alsleben kritisierte, die Sender kämen ihrem öffentlichen Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung nicht nach. Er forderte, mehr Unternehmer in die Diskussionen einzubinden, um das Verständnis der Zuschauer für wirtschaftliche Herausforderungen zu verbessern.

Seit der Kritik haben ARD und ZDF Reformen eingeleitet. Die ARD erweiterte im dritten Quartal 2025 ihren Expertenpool um 15 neue Ökonomen. Das ZDF führte im Oktober 2025 eine Regelung ein, wonach jede politische Talkshow mindestens einen Wirtschaftsexperten einbinden muss. Beide Sender starteten zudem im Dezember 2025 gemeinsame Schulungsprogramme für Journalisten zu wirtschaftlichen Themen.

Die INSM-Ergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den großen Talkformaten. Die Sender haben inzwischen Maßnahmen ergriffen, um das Ungleichgewicht auszugleichen – etwa durch neue Expertise-Anforderungen und Journalistenfortbildungen. Die Änderungen sollen künftig eine vielfältigere Perspektive in der Diskussion über Wirtschaftspolitik sicherstellen.

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