Operette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
Friederike RuppersbergerOperette feiert überraschendes Comeback beim internationalen Nachwuchswettbewerb
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller endet mit bemerkenswertem Trendwechsel
Der 10. Internationale Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller ist mit einer deutlichen Verschiebung der Trends zu Ende gegangen. Zum ersten Mal seit Jahren überstieg die Zahl der Operettenbeiträge jene der Musicals: 56 Einsendungen standen 50 für das Musiktheater gegenüber. Zudem wurde eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Preisen vergeben – doch ein Grand Prix blieb aus, was in der Geschichte des Wettbewerbs erst einmal, im Jahr 2006, vorgekommen war.
Über hundert Bewerbungen gingen für den diesjährigen Jubiläumswettbewerb ein. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen russischen Städten sowie aus Minsk in Belarus und Taschkent in Usbekistan. Die gestiegene Beteiligung spiegelte das wachsende Interesse wider, doch Jury-Mitglied Maxim Isaakowitsch merkte an, dass das Musiktheater in früheren Auflagen oft die Operette in den Schatten gestellt habe.
Studierende von Musikakademien, die in der Regel in klassischen Hochformen ausgebildet werden, zeigten starke Leistungen. Einige präsentierten Arien von Donizetti, Rossini und Mozart und demonstrierten damit ihre Vielseitigkeit. Gleichzeitig erlebte die Operette eine Renaissance: Jury-Mitglied Georgi Isaakjan bezeichnete bestimmte Auftritte als "wahre Offenbarungen" und betonte die Bedeutung des Genres sowie die Notwendigkeit, dass Künstler seine Zukunft aktiv mitgestalten.
In diesem Jahr wurden neue Auszeichnungen eingeführt, darunter der Preis für das "Erfolgreiche Debüt" sowie eine Sonderwürdigung von Ljudmila Lokajtschuk-Henneberger. Weitere Ehrungen kamen vom Russischen Theaterarbeiterverband, dem Verband der Musiktheater und dem Publikumspreis. Isaakjan sprach zudem über den Trend der "schauspielerischen Adaptionen", bei denen Darsteller eigene regieähnliche Akzente in ihre Operettenrollen einbringen.
Der Wettbewerb unterstrich die neu erwachte Aufmerksamkeit für die Operette, die erstmals seit Jahren mehr Einsendungen als das Musical verzeichnete. Zwar wurden zahlreiche Preise vergeben, doch der Grand Prix blieb – wie in fast allen vorherigen Ausgaben – unbesetzt. Sowohl die Organisatoren als auch die Jury betonten die Bedeutung, das Genre in der modernen Theaterlandschaft weiter zu fördern und zu entwickeln.






