Rechtsextreme Angriffe auf Pride-Veranstaltungen erschüttern Ostdeutschland
Friederike RuppersbergerRechtsextreme Angriffe auf Pride-Veranstaltungen erschüttern Ostdeutschland
Rechtsextreme Gruppen zielen auf Pride-Veranstaltungen in Ostdeutschland ab
In diesem Jahr haben rechtsextreme Gruppen in Ostdeutschland gezielt Pride-Veranstaltungen angegriffen. In Bautzen störten rund 700 Neonazis einen Demonstrationszug, in Görlitz skandierten sie hasserfüllte Parolen. Die Spannungen spiegeln einen generellen Anstieg anti-queerer Aktivitäten in der Region wider.
Beim ersten CSD Mansfeld-Südharz in Sangerhausen protestierte die neonazistische Nachfolgepartei „Heimat“ gegen die Veranstaltung. Die Organisatorin Fiona Harms, eine trans Frau, die vor drei Jahren in die Stadt zog, kündigte an, für jede Stunde des Protests zehn Euro – bis maximal zehn Euro – an queere Jugendliche zu spenden. Trotz des Widerstands half sie, die Veranstaltung zu koordinieren.
Der lokale Bewohner Raven, eine nichtbinäre Person, nahm mit ihren Schwestern Ilay und Mila sowie ihrem Freund Chris am Pride-Marsch teil. In Sangerhausen geboren, wollten sie für ihre Rechte kämpfen und die queere Community unterstützen. Gerald Vetter, ein weiterer Teilnehmer, war bereits bei mehreren queeren Demonstrationen dabei, um Solidarität mit seinem Sohn zu zeigen, der mit einem Mann verheiratet ist.
Das politische Klima in der Region ist zunehmend feindselig. Bei den Kommunalwahlen 2024 wurde die rechtspopulistische AfD, bekannt für ihre anti-queere Haltung, in Sangerhausen stärkste Kraft. Die Partei könnte auch bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vorne liegen. Anfang 2025 griffen Rechtsextremisten zudem die Kundgebung „Bad Freienwalde bleibt bunt“ in Brandenburg an.
Die Proteste und Gegenproteste zeigen den anhaltenden Widerstand gegen queere Sichtbarkeit in Ostdeutschland. Pride-Organisator:innen und Teilnehmer:innen wehren sich weiterhin gegen rechtsextreme Angriffe – Veranstaltungen wie der CSD Mansfeld-Südharz finden dabei Unterstützung in der Community. Der politische Aufstieg anti-queerer Parteien verleiht ihren Bemühungen zusätzliche Dringlichkeit.
