Sachsen-Anhalt 2025: Politisch motivierte Straftaten auf Rekordniveau trotz Rückgang der Gewalt
Friederike RuppersbergerSachsen-Anhalt 2025: Politisch motivierte Straftaten auf Rekordniveau trotz Rückgang der Gewalt
Sachsen-Anhalt verzeichnete 2025 einen Anstieg politisch motivierter Straftaten – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2001. Die Behörden registrierten 4.144 solche Delikte, was einem Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch ging die Zahl der gewalttätigen Straftaten mit politischem Extremismushintergrund in einigen Bereichen zurück.
Rechtsextremistische Gewaltdelikte nahmen 2025 um 15,1 Prozent ab: Statt wie 2024 wurden nur noch 90 Fälle verzeichnet. Davon konnten 63 aufgeklärt werden, wodurch die Aufklärungsquote auf 48,2 Prozent stieg – nach 45,6 Prozent im Vorjahr. Insgesamt sank die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten um 13,9 Prozent; es gab 130 registrierte Fälle.
Rechtsmotivierte Straftaten insgesamt stiegen 2025 um 3 Prozent, während linksextremistische Delikte mit einem Plus von 12,1 Prozent deutlich stärker zunahmen. Die Aufklärungsquote bei allen politisch motivierten Straftaten verbesserte sich leicht auf 43,1 Prozent (2024: 41,9 Prozent).
Besonders deutlich war der Fortschritt bei der Aufklärung von Volksverhetzung: 2025 wurden 75,1 Prozent dieser Taten aufgeklärt – nach 70,1 Prozent im Vorjahr.
Die Daten zeigen für 2025 ein gemischtes Bild: Zwar gingen extremismusbezogene Gewaltdelikte zurück, doch die Gesamtzahl politisch motivierter Straftaten erreichte einen Rekordwert. Die gestiegenen Aufklärungsquoten deuten auf eine wirksamere Strafverfolgung hin, insbesondere bei Volksverhetzung.






