Schkopau startet Modernisierung: Kohlekraftwerk wird wasserstofftauglich
Thea LübsSchkopau startet Modernisierung: Kohlekraftwerk wird wasserstofftauglich
Das Kraftwerk Schkopau in Sachsen-Anhalt hat einen wichtigen Schritt in Richtung Modernisierung vollzogen. Die Behörden haben die erste Teilgenehmigung für das ZESA-Projekt erteilt, wodurch zentrale Bauarbeiten beginnen können. Das Werk, derzeit der größte Energieversorger der Region, muss bis Ende 2034 gesetzlich vorgeschrieben aus der Kohleverstromung aussteigen.
Die neue Genehmigung betrifft das Torhaus, das künftig als Hauptzugang zum modernisierten Gelände dienen wird. Diese Freigabe markiert eine entscheidende Phase bei der Umwandlung der Anlage in ein flexibles, wasserstofftaugliches Kraftwerk.
Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt erteilte die Genehmigung auf Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Dieses Gesetz ermöglicht es Antragstellern, schrittweise Teilgenehmigungen für einzelne Abschnitte eines größeren Projekts zu beantragen. Die Entscheidung folgt auf die im Januar 2026 erteilte Erlaubnis für erste Baumaßnahmen und hält damit den Modernisierungsfahrplan ein.
Im Rahmen des ZESA-Projekts wird das bestehende Kohlekraftwerk durch ein Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD) ersetzt. Die neue Anlage wird eine Spitzen-Nettoleistung von etwa 900 Megawatt erreichen – ebenso viel wie das ursprüngliche Kohlekraftwerk. Zudem verfügt sie über eine Schwarzstartfähigkeit für das regionale 50Hertz-Netz und sichert so die Stabilität bei Stromausfällen.
Neben der Netzunterstützung wird das modernisierte Kraftwerk den Chemiepark Schkopau mit Energie versorgen und Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Die Planung sieht einen flexiblen Betrieb vor, der künftig auch den Einsatz von Wasserstoff ermöglicht. Weitere Genehmigungen für die Kraftwerkseinheiten, Bauwerke und Wassersysteme werden folgen, sobald die Detailplanungen vorliegen.
Das Projekt soll die Energiezukunft Sachsen-Anhalts sichern und gleichzeitig die Klimaziele erfüllen. Die erste Teilgenehmigung bestätigt, dass alle relevanten Aspekte der Modernisierung einer gründlichen Prüfung unterzogen wurden.
Mit der Teilgenehmigung rückt das ZESA-Projekt näher an das Ziel, Kohle durch eine nachhaltigere Energiequelle zu ersetzen. Nach der Fertigstellung wird die Anlage essenzielle Netzdienstleistungen erbringen, die industrielle Versorgung aufrechterhalten und den Wandel der Region hin zu sauberer Energie unterstützen. Weitere Freigaben werden schrittweise im Verlauf des Baufortschritts beantragt.






