Söder fordert mehr Tempo von Merz' Regierung und warnt vor "Koalitionslähmung"
Falk HornigSöder fordert mehr Tempo von Merz' Regierung und warnt vor "Koalitionslähmung"
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Der CSU-Vorsitzende warnte, dass Verzögerungen die parlamentarische Demokratie untergraben könnten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach einem Jahr im Amt zunehmend in die Kritik gerät.
Söder räumte ein, dass Merz’ Regierung bisher kaum überzeugende Ergebnisse vorweisen könne. Als Hauptgründe nannte er externe Belastungen wie die US-Zölle und die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Trotz dieser Herausforderungen betonte er, weiterhin hinter den Zielen der Koalition zu stehen.
Er wies Vorwürfe zurück, Merz’ Führungsstil sei zu technokratisch, und plädierte stattdessen für Durchhaltevermögen. Mit einem bildhaften Vergleich rief Söder zu Geduld auf: Man müsse „diese dicken Bretter bohren“, statt voreilige Schlüsse zu ziehen. Gleichzeitig lehnte er Spekulationen über ein vorzeitiges Scheitern der Koalition ab und bezeichnete solche Diskussionen als „Selbstmord aus Angst vor dem Sterben“.
Söder machte deutlich, dass endlose Verzögerungen inakzeptabel seien. Zwar schloss er einen Zusammenbruch der Regierung aus, warnte aber vor einer „Koalitionslähmung“ und deren möglichen Folgen für die demokratischen Abläufe.
Die Aussagen des CSU-Chefs spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit mit dem Tempo der Regierungspolitik unter Merz wider. Söder zeigt sich damit sowohl als Unterstützer der Koalitionsziele als auch als Mahner für mehr Entscheidungsfreude. Die Regierung steht nun unter Druck, die wirtschaftlichen und energetischen Herausforderungen entschlossener anzugehen.






