Strompreise steigen im März – wer profitiert, wer zahlt drauf?
Friederike RuppersbergerStrompreise steigen im März – wer profitiert, wer zahlt drauf?
Stromkosten stiegen im März erneut – Haushalte in ganz Europa betroffen
Im März zogen die Strompreise erneut an und belasteten die Haushalte in ganz Europa. Neukunden mussten höhere Endverbrauchertarife zahlen, während die Großhandelspreise im Laufe des Monats stark schwankten. Die anhaltende Energiekrise, verschärft durch geopolitische Spannungen, treibt die Ausgaben der Verbraucher weiter in die Höhe.
Besonders zu Beginn des März gab es dramatische Ausschläge bei den Großhandelspreisen für Strom, mit plötzlichen Spitzen und Einbrüchen. Diese Entwicklungen folgten auf globale Instabilität, darunter steigende Gaspreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. In der Folge wurde Strom für viele Verbraucher teurer.
Kunden, die Elektrofahrzeuge nutzen, intelligente Stromzähler besitzen oder flexible Tarife wählen, verzeichneten im Vergleich zum Februar einen Anstieg ihrer Rechnungen um etwa 3 Prozent. Wer jedoch sein Ladeverhalten anpasste, kam günstiger davon. Daten des Energieanbieters Tibber zeigen, dass Haushalte, die ihren Verbrauch aus den Spitzenzeiten verlagerten, ihre Kosten um fast 7 Prozent senken konnten. Die anpassungsfähigsten Nutzer profitierten am meisten.
Auch das Ladeverhalten änderte sich im März: Immer mehr Menschen luden ihre Fahrzeuge zwischen 4 und 6 Uhr morgens, während das abendliche Laden zurückging. Diese Verschiebung half, die höchsten Tarife zu umgehen. Gleichzeitig zahlten Haushalte mit Solaranlagen und einem Elektroauto weniger – rund 22 Cent pro Kilowattstunde – als solche ohne Solarstrom, die 26 Cent berappen mussten.
Tibber-Chef Edgeir Aksnes hinterfragte unterdessen die anhaltende Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Brennstoffen trotz der Krise. Er verwies darauf, dass in Norwegen bereits 93 Prozent der Stromkunden dynamische Tarife nutzen – ein System, das die Belastung für die Verbraucher verringern könnte.
Die jüngsten Preiserhöhungen spiegeln die anhaltende Instabilität auf den Energiemärkten wider, angetrieben durch geopolitische Ereignisse und Versorgungsengpässe. Haushalte, die ihr Nutzungsverhalten anpassten, konnten ihre Kosten senken und zeigen damit, wie Flexibilität in unsicheren Zeiten helfen kann. Die Differenz zwischen Nutzern mit und ohne Solaranlagen unterstreicht zudem die finanziellen Vorteile erneuerbarer Energien.






