Stuttgart 21 scheitert erneut: Fünf Jahre Verzögerung und Milliardenkosten
Heidelore BinnerStuttgart 21 scheitert erneut: Fünf Jahre Verzögerung und Milliardenkosten
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Deutsche Bahn hat eine weitere Verzögerung von fünf Jahren sowie eine drastische Kostensteigerung für das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 bekannt gegeben. Damit steht das Vorhaben nun vor noch größerer Kritik.
Die Bauarbeiten für den unterirdischen Durchgangsbahnhof begannen 2010 mit einem ursprünglichen Budget von 4,5 Milliarden Euro. Ziel war es, den alten Kopfbahnhof durch einen modernen Tiefbahnhof zu ersetzen. Noch im selben Jahr kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, die sich gegen den Abriss des alten Bahnhofs wehrten. Über 100 Protestierende wurden dabei verletzt.
Die Grünen, die das Projekt von Anfang an vehement ablehnten, erzielten bei der Landtagswahl 2011 einen deutlichen Zugewinn. Ihr Sieg beendete die 68-jährige CDU-Herrschaft in Baden-Württemberg. Trotz des politischen Wandels wurden die Arbeiten fortgesetzt – auch unter Druck von Ministerpräsident Cem Özdemir, der verlässliche Fortschritte und klare Fertigstellungstermine forderte.
Technische Probleme begleiten Stuttgart 21 seit Beginn. Kritiker wiesen früh auf mangelnde Brandschutzvorkehrungen und Planungsfehler hin. Nun müssen über 1.000 Kilometer falsch verlegter Kabel und Leitungen ausgetauscht werden, was die Verzögerungen weiter verschärft. DB-Chefin Evelyn Palla führte die jüngste Verschiebung auf die Komplexität der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück.
Die geplante Inbetriebnahme wurde von 2026 auf 2031 verschoben, die geschätzten Kosten sind auf 14,5 Milliarden Euro gestiegen. Die jüngsten Entwicklungen reiht sich ein in eine lange Kette von Rückschlägen für das Prestigeprojekt.
