Volkswagen plant radikale Stellenkürzungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Friederike RuppersbergerVolkswagen plant radikale Stellenkürzungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Bedenken hinsichtlich der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns – trotz aktuell akzeptabler Gewinne. Anleger bleiben vorsichtig, die Aktie wird mit einer niedrigen Bewertung gehandelt.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um die Pläne zum Personalabbau zu prüfen. Berichten zufolge könnten im Rahmen der Umstrukturierung vier deutsche Werke geschlossen werden. Konzernchef Oliver Blume räumte ein, dass einige Sparten nach wie vor nicht wettbewerbsfähig genug seien.
Vertreter der Belegschaft waren an den ersten Gesprächen über die Stellenkürzungen nicht beteiligt. Daniela Cavallo, die oberste Arbeitnehmervertreterin des Unternehmens, war lediglich in frühere Verhandlungen über Kostensenkungen eingebunden. Der Ausschluss der Arbeitnehmerstimmen wirft Fragen zum Verfahren auf.
Trotz positiver Gewinnprognosen wird die Volkswagen-Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 3,7 gehandelt. Analysten erwarten für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, doch der Aktienkurs liegt bei 72,54 Euro. Anleger halten die Aktie zwar für unterbewertet, zeigen aber wenig Interesse an weiteren Käufen.
Die geplanten Kürzungen könnten die Geschäftsaktivitäten von Volkswagen in Deutschland grundlegend verändern. Die anstehende Aufsichtsratssitzung wird entscheidend für die Zukunft der Werke und Arbeitsplätze sein. Anleger beobachten die Entwicklungen weiterhin genau und setzen kurzfristige Profitabilität gegen langfristige Risiken ab.
