Woidke fordert Ost-Einheit gegen jahrelange Infrastrukturdefizite und West-Ost-Ungleichheit
Heidelore BinnerWoidke fordert Ost-Einheit gegen jahrelange Infrastrukturdefizite und West-Ost-Ungleichheit
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat zu einer engeren Zusammenarbeit der ostdeutschen Bundesländer aufgerufen, um die seit langem bestehenden Infrastrukturprobleme zu lösen. Er warnte, dass die anhaltenden Unterschiede zwischen Ost und West die Bewohner der Region weiterhin benachteiligten. Sein Appell richtet sich an Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, gemeinsam für Veränderungen zu kämpfen.
Woidke verwies auf mehrere zentrale Infrastrukturdefizite in Ostdeutschland. Die Bahnstrecke Berlin–Küstrin ist auf deutscher Seite nach wie vor nicht elektrifiziert und teilweise nur eingleisig ausgebaut – trotz Fortschritten in anderen Regionen. Zwar wurde eine neue Brücke über die Oder fertiggestellt, doch das Bundesverkehrsministerium lehnt den Bau eines zweiten Gleises ab.
Der Ministerpräsident kritisierte auch die eklatanten Unterschiede bei den Bahnverbindungen. Während Westdeutschland über ein gut ausgebautes Schienennetz verfügt, hinkt die Strecke zwischen der deutsch-französischen Grenze und den östlichen Regionen hinterher. Besonders setzte er sich für die Modernisierung der Ostbahn ein und betonte, dass die Aufwertung längst überfällig sei.
Woidke machte deutlich, dass es bei diesen Disparitäten nicht nur um den Verkehr gehe. Er beschrieb die Situation als ein grundlegendes Problem ungleicher Standards, das den Alltag und die wirtschaftlichen Chancen der Menschen beeinträchtige. Sein Aufruf zur Einheit soll die Stimme der Region in den nationalen Debatten über Fördermittel und Entwicklung stärken.
Die Forderung nach besserer Infrastruktur in Ostdeutschland kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Woidke vor einem wachsenden Investitionsstau bei dringend notwendigen Projekten warnt. Ohne eine stärkere Abstimmung zwischen den Ländern befürchtet er, dass der Rückstand gegenüber den westdeutschen Regionen bestehen bleibt. Nun rückt in den Fokus, ob die Bundesregierung auf die Forderungen nach gerechterer Verteilung der Investitionen reagieren wird.






