"Xanny"-Hype unter Jugendlichen: Wie Rap und Social Media den Xanax-Konsum befeuern
Falk Hornig"Xanny"-Hype unter Jugendlichen: Wie Rap und Social Media den Xanax-Konsum befeuern
Der Konsum von Xanax – in der Jugendsprache oft als "Xanny" bezeichnet – hat in den letzten Jahren unter jungen Menschen stark zugenommen. Die wachsende Beliebtheit des Mittels steht in engem Zusammenhang mit der Musikszene, insbesondere mit Rap und Hip-Hop, wo Künstler es häufig thematisieren. Experten warnen, dass Jugendliche und junge Erwachsene besonders gefährdet sind, da viele das Medikament als Mittel gegen Stress oder Leistungsdruck ansehen.
Xanax, ein Benzodiazepin mit dem Wirkstoff Alprazolam, wird wegen seiner beruhigenden Wirkung umgangssprachlich als "Downer" bezeichnet. Seit 2019 hat sich der Begriff "Xanny" in der deutschen Jugendkultur verbreitet – nicht zuletzt durch Billie Eilishs gleichnamigen Song auf ihrem Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" Um 2020 erwähnte auch der deutsch-österreichische Rapper Money Boy die Substanz in seiner Musik, was ihre Bekanntheit weiter steigerte. Zwischen 2022 und 2024 erlebten Plattformen wie TikTok und Instagram einen Höhepunkt an Diskussionen über Xanny, vor allem in Städten wie Berlin und Wien.
Studien zeigen, dass besonders junge Männer und Frauen zwischen 18 und 25 Jahren anfällig für den Missbrauch von Xanax sind, oft in Verbindung mit starkem Cannabiskonsum. Bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren ist das Risiko noch höher – mit möglichen Folgen wie Abhängigkeit und psychischen Problemen. Viele Nutzer sehen in dem Medikament einen Ausweg aus dem Druck, sei es der Wunsch nach Erfolg oder schlicht das Betäuben alltäglicher Belastungen. In München soll Xanax leichter erhältlich sein als Opioide oder Valium, was seine Attraktivität zusätzlich steigert.
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Deutschland. In London und Amsterdam sind ähnliche Slang-Begriffe wie "bars" oder "xans" verbreitet, besonders in der britischen Grime- und der niederländischen Trap-Szene. Daten von Google Trends und Spotify-Analysen aus den Jahren 2023 bis 2025 belegen ein klares Muster: In urbanen Gebieten wird über die Droge deutlich offener gesprochen als in ländlichen Regionen.
Der Aufstieg von Xanax in der Jugendkultur spiegelt den Einfluss von Musik und sozialen Medien wider. Seine leichte Verfügbarkeit in Städten wie München und die Verklärung in Rap und Pop haben es zu einem bekannten Begriff unter Teenagern gemacht. Gesundheitsfachleute betonen weiterhin die Risiken – insbesondere für junge Menschen, die bereits mit Stress oder Substanzkonsum kämpfen.






