07 April 2026, 18:44

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Deutschland und die USA an ihre Vergangenheit erinnern

Steingebäude mit einem Fenster und einer Holocaust-Gedenktafel mit Inschrift.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Deutschland und die USA an ihre Vergangenheit erinnern

Zwei Statuen stehen als eindringliche Mahnmale der Geschichte – eine in Deutschland, die andere in den USA. In Brandenburg erinnert eine glänzende Stahlfigur an die Opfer von Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Unterdessen wurde in Washington D.C. ein Denkmal für Christoph Kolumbus mitten in den Protesten gegen Amerikas koloniale Vergangenheit errichtet. Beide erzählen Geschichten von Erinnerung, Kampf und widersprüchlichen Vermächtnissen.

Die Stahlstatue in Brandenburg wurde 2018 am Eingang des Guts Neuendorf im Sande aufgestellt. Sie gedenkt der Menschen, die dort in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, darunter Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder initiierte das Projekt, um sicherzustellen, dass ihre Geschichte – und die anderer – nicht in Vergessenheit gerät. Jährlich versammeln sich Besucher:innen an diesem Ort zum Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Tag der Befreiung (8. Mai).

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Auf der anderen Seite des Atlantiks sorgte ein anderes Denkmal für Schlagzeilen. 2020 ordnete der damalige US-Präsident Donald Trump die Aufstellung einer Christoph-Kolumbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses an. Dies geschah zu einer Zeit, als die Black-Lives-Matter-Proteste Amerikas koloniale Geschichte infrage stellten und zahlreiche Statuen umstrittenen Persönlichkeiten entfernt oder beschädigt wurden. Italienischstämmige Amerikaner:innen unterstützten die Entscheidung und sahen in Kolumbus ein Symbol ihrer Herkunft, nicht der Unterdrückung.

Der Kontrast zwischen den beiden Statuen könnte größer nicht sein. Die eine lädt zum stillen Gedenken an Leid und Verlust ein, ihr Metall glänzt im Frühlingslicht. Die andere steht als provokante Aussage in einer hitzigen Debatte darüber, wie Geschichte erinnert – oder umgeschrieben – werden soll.

Jutta Baumwol wäre in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden. Ihr Denkmal in Brandenburg bleibt ein Ort der Besinnung, während die Kolumbus-Statue in Washington weiterhin für Spaltung sorgt. Beide dienen als Kristallisationspunkte dafür, wie Gesellschaften sich ihrer Vergangenheit stellen – oder sie verdrängen.

Quelle