12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Spritpreise in die Höhe – Studie enthüllt unerwartete Folgen
Friederike Ruppersberger12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Spritpreise in die Höhe – Studie enthüllt unerwartete Folgen
Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preisanpassungen an Tankstellen die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Verordnung sollte eigentlich schnelle Preisschwankungen an Zapfsäulen bremsen. Doch wie Forscher nun berichten, hat sie stattdessen in vielen Regionen zu höheren Aufschlägen auf Superbenzin geführt.
Die Untersuchung wurde von Ökonomen des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) durchgeführt. Sie analysierten Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe und verglichen dabei die Großhandelskosten am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) mit den Endverbraucherpreisen in ganz Deutschland.
In den ersten beiden Wochen nach Inkrafttreten der Regel stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin im Durchschnitt um 6 Cent pro Liter. Besonders stark fielen die Erhöhungen bei kleineren Ketten und unabhängigen Tankstellen aus, während große Anbieter nur moderate Anpassungen vornahmen. Bei Dieselkraftstoff waren hingegen keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen.
Am deutlichsten zeigten sich die Effekte in Süddeutschland. Kritiker hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass die Regelung zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte, da Tankstellen ihre Tarife im Voraus an mögliche Großhandelsentwicklungen anpassen würden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 12-Stunden-Regel bisher vor allem kleineren Kraftstoffhändlern zugutekam. Da die Aufschläge bei Superbenzin stiegen, scheint die Maßnahme das Preisverhalten eher verändert als stabilisiert zu haben. Weitere Beobachtungen werden zeigen, ob sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzt.






