AfD-Pläne für Homeschooling in Sachsen-Anhalt lösen Streit vor Landtagswahl aus
Falk HornigAfD-Pläne für Homeschooling in Sachsen-Anhalt lösen Streit vor Landtagswahl aus
In Sachsen-Anhalt ist vor der anstehenden Landtagswahl ein politischer Streit über Schulreformen entbrannt. Die von der AfD vorgeschlagenen Änderungen im Bildungsbereich – darunter die Möglichkeit zum Homeschooling und eine Überarbeitung der Lehrpläne – haben Bedenken hinsichtlich der Anerkennung des Abiturs des Landes geweckt. Kritiker warnen, dass Universitäten in anderen Bundesländern Abschlüsse, die unter einer AfD-geführten Regierung ausgestellt werden, möglicherweise nicht anerkennen könnten.
Die Kontroverse begann, nachdem die AfD Pläne zur Reform des Bildungssystems in Sachsen-Anhalt vorgelegt hatte. Ihr Wahlprogramm sieht vor, die Schulpflicht durch eine „Bildungspflicht“ zu ersetzen und Eltern die Wahl zwischen Schulunterricht und Hausunterricht zu ermöglichen. In diesem Modell müssten auch zu Hause unterrichtete Kinder alle sechs Monate zentrale Prüfungen ablegen.
Der CDU-Ministerpräsident Sven Schulze warnte, dass diese Änderungen zu Schulschließungen in ländlichen Regionen führen könnten. Zudem wies er auf weitere Konsequenzen hin, falls die AfD die absolute Mehrheit erringe – etwa darauf, dass Schüler Probleme mit der Anerkennung ihrer Abschlüsse in anderen Bundesländern bekommen könnten. Der ehemalige Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teilte diese Bedenken und deutete an, dass Universitäten außerhalb Sachsen-Anhalts das Abitur des Landes möglicherweise nicht akzeptieren würden.
Der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, wies die Warnungen als „Wählerchüchterei“ und „Desinformation“ der CDU zurück. Er behauptete, unter einer AfD-Regierung werde das Abitur wieder zu einem „echten Qualitätsmerkmal“. Der Bildungsforscher Kai Maaz präzisierte jedoch, dass es derzeit keine rechtliche Grundlage für andere Bundesländer gebe, die Abschlüsse Sachsen-Anhalts abzulehnen.
Die Kultusministerkonferenz (KMK) erklärte, dass mögliche Fragen zu gemeinsamen Bildungsstandards im Rahmen der Konferenz kollektiv geklärt würden. Dies deutet darauf hin, dass die künftige Anerkennung des Abiturs davon abhängen könnte, ob die Reformen der AfD mit den nationalen Vorgaben übereinstimmen.
Die Debatte zeigt, wie tief die Spaltung in der Bildungspolitik Sachsen-Anhalts ist. Sollte die AfD die Wahl gewinnen und ihre Pläne umsetzen, könnten Schüler mit Unsicherheiten bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse außerhalb des Landes konfrontiert werden. Der kollektive Prüfprozess der KMK wird entscheiden, ob die Reformen den nationalen Standards entsprechen.






