Albaniens Naturschutz vs. Luxusprojekt: Warum Flamingos gegen Jared Kushner kämpfen
Thea LübsAlbaniens Naturschutz vs. Luxusprojekt: Warum Flamingos gegen Jared Kushner kämpfen
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit im internationalen Fokus. Mit pinkfarbenen Flamingo-Ausschnitten winken Demonstranten auf einer geschützten Insel gegen ein umstrittenes Bauprojekt – verbunden mit dem Namen Jared Kushner.
Das Vjosa-Narta-Delta, 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt, beherbergt seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Trotz seines Schutzstatus verlieh die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – ein Schritt, der Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen für das Vorhaben offenbar aussetzt.
Kushner, ein enger Verbündeter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, plant auf der Insel ein Milliardenprojekt mit Luxusresorts. Albaniens außenpolitische Ausrichtung an die USA und Israel prägt seine Haltung in regionalen Konflikten. Rama unterstützt die Volksmudschaheddin (MEK), eine iranische Exilgruppe in Opposition zu Teheran, und wirft dem Iran vor, Proteste zu schüren und albanische Institutionen ins Visier zu nehmen.
Die EU zeigt sich besorgt über Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien. Brüssel könnte von Ramas Regierung mehr Transparenz und schärfere Antikorruptionsmaßnahmen fordern.
Das geplante Resort steht symbolisch für den Spannungsbogen zwischen Wirtschaftswachstum und Naturschutz in Albanien. Die Verbindungen der Regierung zu Kushner und der MEK spiegeln ihre außenpolitischen Prioritäten wider – mit möglichen langfristigen Folgen für die Beziehungen zur EU und die Umweltverpflichtungen des Landes.






