Augsburgs Oberbürgermeister-Stichwahl im Bierzelt endet mit überraschendem Machtwechsel
Thea LübsKein Platz im Ausstellungssaal - Wahlhelfer ziehen ins Bierzelt um - Augsburgs Oberbürgermeister-Stichwahl im Bierzelt endet mit überraschendem Machtwechsel
Augsburgs Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt fand am 22. März 2026 statt – mit einer ungewöhnlichen Wendung bei der Auszählung. Wegen eines Mangels an großen Veranstaltungsorten zählten Wahlhelfer die Briefwahlstimmen in einem Bierzelte aus. Der ungewöhnliche Ort wurde gewählt, weil das Augsburger Messegelände keinen freien Platz hatte.
Im Rennen standen die amtierende Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) und ihr Herausforderer Florian Freund (SPD). Nach Auszählung aller Stimmen ging Freund als klarer Sieger mit einer deutlichen Mehrheit hervor.
Die Stichwahl folgte auf die erste Wahlrunde, in der keiner der beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht hatte. Da keine geeigneten Hallen verfügbar waren, griffen die Verantwortlichen auf das Bierzelt zurück, das bereits für das anstehende Ostervolksfest aufgebaut war. Der Raum bot genug Platz, um die 77.900 abgegebenen Stimmen zu bearbeiten.
Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse hatte Florian Freund (SPD) 44.077 Stimmen erhalten, was 56,6 Prozent der Gesamtstimmen entspricht. Seine Kontrahentin Eva Weber (CSU) kam auf 33.823 Stimmen. Das Ergebnis markiert einen Wechsel an der Spitze der Stadt und beendet Webers Amtszeit als Oberbürgermeisterin.
Die Wahlorganisatoren bestätigten, dass das Bierzelt alle rechtlichen Anforderungen für die Stimmenauszählung erfüllte. Die improvisierte Lösung sorgte dafür, dass der Prozess trotz der ungewöhnlichen Umgebung effizient und transparent blieb.
Florian Freund wird nun als neuer Oberbürgermeister Augsburgs sein Amt antreten – nach seinem deutlichen Sieg. Die Wahl warf zudem die Frage auf, ob die Stadt flexiblere öffentliche Räumlichkeiten für Großveranstaltungen benötigt. Ob für künftige Wahlen alternative Lösungen gefunden werden, steht noch nicht fest.






