Berlin diskutiert Wohnungsbau am Rand des Tempelhofer Felds trotz Volksentscheid
Friederike RuppersbergerBerlin diskutiert Wohnungsbau am Rand des Tempelhofer Felds trotz Volksentscheid
Berlin überdenkt Bebauungspläne für das Tempelhofer Feld
Die Stadt Berlin prüft erneut die Entwicklungspläne für das Tempelhofer Feld, das ehemalige riesige Flughafenareal, das heute als öffentlicher Park genutzt wird. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mittlerweile 59 Prozent der Bewohner:innen einen begrenzten Bau an den Rändern des Geländes befürworten. Dieser Stimmungswandel kommt, obwohl ein Referendum im Jahr 2014 jede Bebauung auf dem Gelände untersagt hatte.
An Fahrt gewonnen hat die Idee, nachdem eine Gruppe von Architekt:innen einen Entwurf für 21.000 Wohnungen auf etwa einem Drittel der Fläche vorlegte. Ihr Plan sieht vor, die zentralen 200 Hektar Wiesenland unangetastet zu lassen – geschützt durch das Tempelhof-Gesetz. Würde das Projekt genehmigt, könnte es in einer Stadt mit akutem Wohnungsmangel Platz für über 50.000 Menschen bieten.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat bereits Interesse an dem Vorschlag signalisiert. Der Berliner Senat prüft nun, ob das Land die Entwicklung finanziell federführend tragen kann. Finanzsenator Stefan Tidow untersucht derzeit die Kosten und Machbarkeit des Vorhabens.
Das Referendum von 2014 hatte jede Bebauung auf dem Tempelhofer Feld eindeutig blockiert. Doch der steigende Wohnungsdruck und die wachsende öffentliche Unterstützung für eine Randbebauung haben die Debatte wieder eröffnet. Die aktuellen Pläne konzentrieren sich ausschließlich auf die äußeren Bereiche und schonen den Kern der Grünfläche.
Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase, während die finanziellen Bewertungen noch laufen. Sollte es genehmigt werden, würde dies einen bedeutenden politischen Kurswechsel für das Gelände darstellen. Entwickler:innen und Verantwortliche müssen nun den dringenden Wohnungsbedarf mit den bestehenden rechtlichen Schutzmaßnahmen für den Park in Einklang bringen.






