09 May 2026, 22:28

Biennale Venedig 2025: Skandal um Jury-Rücktritt und politische Boykott-Debatten

Plakat, das ein Klavierkonzert in Venedig, Italien, ankündigt, mit einer Illustration von Gebäuden, Wasser und einer Säule mit Text.

Biennale Venedig 2025: Skandal um Jury-Rücktritt und politische Boykott-Debatten

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Künstler:innen unter dem Motto In Moll-Tönen ihre Pforten geöffnet. In diesem Jahr steht die Veranstaltung im Zeichen der Kontroverse, nachdem alle fünf Jurymitglieder aus Protest zurückgetreten sind. Ihr Rückzug führte zu Verzögerungen bei der Vergabe der Goldenen Löwen und zur Einführung eines öffentlichen Abstimmungssystems namens Besucher-Löwen.

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Russland kehrt nach dem Fehlen in den Ausgaben 2022 und 2024 zur Biennale zurück. Der von Anastasiia Karneeva kuratierte Pavillon präsentiert das Projekt Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel. Israels Ausstellung Rose des Nichts wird im Arsenale unter der Leitung der Kurator:innen Michael Gov, Avital Bar-Shay und Sorin Heller gezeigt.

Die internationale Jury kündigte einen Boykott gegen Länder an, deren Führungspersonen sich Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt sehen. In ihrer Erklärung wurden Israel und Russland direkt genannt. Der portugiesische Künstler Alexandre Estrela unterstützte den Boykott öffentlich und kritisierte die Teilnahme beider Nationen. Dennoch lehnten die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung den Boykott ab und beriefen sich auf institutionelle Neutralität.

Der portugiesische Pavillon im Palazzo Fondaco Marcello zeigt Estrelas eigenes Projekt RedSkyFalls. Neben Portugal vertreten Brasilien und Osttimor die lusophone Welt mit ihren nationalen Beiträgen. Die Biennale läuft bis zum 22. November 2025 und umfasst 31 Begleitausstellungen in ganz Venedig.

Die Ausgabe 2025 verlässt sich nach dem Rücktritt der Jury auf die öffentliche Abstimmung für ihre Preise. Besucher:innen können bis zum Ende der Ausstellung ihre Stimme für die Besucher-Löwen abgeben. Trotz anhaltender Debatten über politische Neutralität und künstlerische Freiheit wird die Veranstaltung fortgeführt.

Quelle