Brandenburgs Schulen stehen vor dem Kollaps durch Lehrermangel und Rekordschülerzahlen
Thea LübsBrandenburgs Schulen stehen vor dem Kollaps durch Lehrermangel und Rekordschülerzahlen
Brandenburg kämpft mit dem schwersten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – während die Schulen sich auf Rekordschülerzahlen vorbereiten
Die Krise hat sich verschärft, nachdem der Haushalt 2025 die Streichung von 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich vorsah und damit viele Klassen unterbesetzt zurückließ. Lehrkräfte laborieren bereits seit dem vergangenen Herbst unter einer erhöhten Arbeitsbelastung: Pro Woche kam eine zusätzliche Unterrichtsstunde hinzu.
Das Land startete das aktuelle Schuljahr mit einem eklatanten Lehrermangel. Durch Haushaltssperren war es im Vorjahr kaum möglich gewesen, Quereinsteiger – Fachkräfte, die in den Lehrberuf wechseln – einzustellen. Mit den Kürzungen 2025 hat sich die Lage nun weiter zugespitzt.
Unter Pädagogen formiert sich Widerstand: Sie warnen, die Einschnitte würden den Unterricht auf Dauer unmöglich machen. Der neue Bildungsminister, der CDU-Politiker Gordon Hoffmann, übernahm das Amt erst kürzlich – nach über 30 Jahren SPD-Führung in dieser Position. Trotz Reformversprechen räumte Hoffmann ein, dass er für das kommende Jahr nicht garantieren könne, den Pflichtunterricht vollständig abzudecken.
Der Minister kündigte zwar Maßnahmen an, um Grundkompetenzen zu stärken, darunter eine Initiative für Lese- und Rechenförderung. Doch mit nie dagewesenen Schülerzahlen steht den Schulen das schwierigste Jahr bevor: Eine beispiellose Nachfrage trifft auf die geringste Personaldecke aller Zeiten.
Brandenburgs Schulen gehen damit ins nächste Schuljahr – mit weniger Personal als je zuvor. Durch Haushaltskürzungen und steigende Schülerzahlen droht vielen Klassen, dass sie ihren vollen Stundenplan nicht erhalten. Hoffmanns Reformen zielen zwar auf die Schließung von Lücken ab, doch die drängende Frage bleibt: Wie lässt sich Bildung mit begrenzten Ressourcen sichern?






