Bremer Buchhandlung kontert Preisausschluss mit provokanter Fassade
Friederike RuppersbergerBremer Buchhandlung kontert Preisausschluss mit provokanter Fassade
Die Bremer Buchhandlung The Golden Shop hat als provokante Reaktion auf die jüngste Kontroverse ihre Fassade umgestaltet. Der Schritt folgt auf den Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 durch Kulturminister Wolfram Weimer.
Wo einst der Spruch „Deutschland verrecke bitte“ prangte, zieren nun auf Stoff gedruckte Zitate von Weimer selbst die Fassadenfront – darunter „Das ist überhaupt kein Kulturkampf“ und „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde". Sechs Personen brachten ein Transparent am Giebel des Gebäudes an, um die Neugestaltung umzusetzen.
Im Schaufenster ist nun ein Porträt Weimers neben seinen eigenen literarischen Werken zu sehen. Dennoch betont Inhaberin Ausma Zvidrina, dass die Buchhandlung seine Bücher weiterhin nicht führen werde. Das ursprünglich vom Bremer Künstler Sönke Lühring gestaltete Geschäft verkauft seit Kurzem auch Tassen mit dem Aufdruck „The Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“.
Erst kürzlich wurde die Buchhandlung für den Titel „Beste vom Verfassungsschutz beobachtete Buchhandlung“ ausgezeichnet. Mit der Umgestaltung distanziert sie sich jedoch nicht offiziell von linksextremen Positionen. Die Veränderungen an Fassade und Sortiment sind eine direkte Antwort auf den Preisausschluss – die Zitate, das Porträt und die neuen Artikel spiegeln eine bewusste Reaktion auf Weimers Entscheidung wider. An der grundsätzlichen Haltung der Buchhandlung ändert sich nichts: Weimers Werke bleiben weiterhin nicht im Angebot.






