08 May 2026, 06:26

Bundesweite Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, wobei der eine die Route der US-Geldkurier und der andere die Standorte der Geldkurier zeigt, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Bundesweite Razzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche

Bundesweite Razzia in Deutschlands Paketdienst-Branche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf

Bei landesweiten Kontrollen im Paketliefersektor sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrechte ans Licht gekommen. Zollbeamte führten bundesweit Inspektionen durch und stießen dabei auf illegale Beschäftigungspraktiken und Schwarzarbeit. Die Ergebnisse zeigen systemische Missstände in einer Branche, die stark von Subunternehmern abhängig ist.

An der Aktion beteiligten sich über 2.900 Zollbeamte, die sich auf Lieferfirmen und deren Subunternehmer konzentrierten. Viele Fahrer arbeiteten unter ausbeuterischen Bedingungen – einige verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Andere mussten unbezahlte Überstunden leisten, was ihr Einkommen weiter drückte.

In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen. Die Ermittler deckten zudem auf, dass einige Fahrer ihre Fahrzeuge nicht besaßen, sondern sie zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern mieteten. Viele Beschäftigte wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie tatsächlich arbeiteten – was die Verwirrung noch verstärkte.

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Die Kontrollen offenbarten deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmen. Während Amazon, Hermes, GLS und DPD stark auf Subunternehmer setzen, arbeitet die DHL kaum mit ihnen zusammen – weniger als zwei Prozent der Pakete werden über Drittfirmen abgewickelt. Finanzminister Lars Klingbeil betonte, die Behörden würden weiterhin gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche vorgehen.

Zollbeamte wiesen darauf hin, dass Arbeitsrechtsverstöße in der Lieferbranche seit Jahren dokumentiert sind. Die jüngste Aktion bestätigt langjährige Bedenken hinsichtlich Schwarzarbeit und unfaire Arbeitsbedingungen.

Die Inspektionen haben die anhaltenden Verstöße in Deutschlands Paketdienst-Branche deutlich gemacht. Nun wird erwartet, dass die Behörden weitere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und ausbeuterische Praktiken ergreifen. Die Ergebnisse werfen zudem Fragen zur Rolle von Subunternehmern bei großen Logistikfirmen auf.

Quelle