02 April 2026, 12:38

Cannabiskonsumgesetz: Regierung prüft Folgen der Legalisierung nach scharfer Kritik

Gruppe von Menschen, die um ein Auto mit einer "Legalise Cannabis Ireland"-Plakette stehen, umgeben von Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto.

Cannabiskonsumgesetz: Regierung prüft Folgen der Legalisierung nach scharfer Kritik

Deutschlands Cannabiskonsumgesetz (CanG) trat am 1. April 2024 in Kraft und legalisierte den Freizeitkonsum von Cannabis unter strengen Auflagen. Seitdem weisen legale Produkte höhere und gleichmäßigere THC-Werte auf als die zuvor auf dem Schwarzmarkt verkauften Waren. Nun bereitet die Bundesregierung eine Überprüfung des Gesetzes vor – angesichts wachsender Kritik aus den Ministerien und veränderter Marktentwicklungen.

Laut dem neuen Gesetz liegen die durchschnittlichen THC-Konzentrationen in legalen Cannabisprodukten bei 15 bis 20 Prozent. Vor der Legalisierung schwankten die Werte auf dem illegalen Markt stark, meist zwischen 10 und 25 Prozent. Geregelt ware Produkte sind nun mit standardisierten Kennzeichnungen und Qualitätskontrollen versehen – etwas, das in der Zeit vor der Legalisierung vollständig fehlte.

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Die Kritik am Gesetz hat in den letzten Wochen an Schärfe gewonnen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezeichnete die Teillegalisierung als einen "Fehler", während Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) von einem "totalen Fiasko" sprach. Familienministerin Karin Prien (CDU) warf der früheren Ampelkoalition vor, den Jugendschutz und die Suchtprävention untergraben zu haben.

Das Bundesgesundheitsministerium hat nun interne Beratungen über die Zukunft des Gesetzes angekündigt. Ein Sprecher bestätigte, dass dabei auch Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt Ekocan einfließen sollen. Zudem habe sich seit der Legalisierung die Grenze zwischen medizinischem und Freizeit-Cannabis zunehmend verwischt.

Gleichzeitig sind die Importe von medizinischem Cannabis stark angestiegen – seit 2023 verzeichneten sie einen mehr als sechsfachen Anstieg. Zugleich ging die Zahl der Frühinterventionsprogramme bei Cannabiskonsum deutlich zurück.

Die anstehende Prüfung der Regierung soll die Auswirkungen des Cannabiskonsumgesetzes auf die öffentliche Gesundheit, den Jugendschutz und den Cannabismarkt bewerten. Angesichts steigender THC-Werte, explodierender Medizin-Importe und nachlassender Präventionsbemühungen könnten die Ergebnisse die Grundlage für mögliche Anpassungen der aktuellen Regelungen bilden.

Quelle