CDU und AfD: Ein Foto erschüttert Berlins politische Tabus
Friederike RuppersbergerCDU und AfD: Ein Foto erschüttert Berlins politische Tabus
Ein aktuelles Foto von CDU- und AfD-Politikern gemeinsam hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die Aufnahme, die Guido Heuer und Ulrich Siegmund in einem herzlichen Austausch zeigt, wurde als Bruch des politischen „Cordon sanitaire“ gegen die AfD kritisiert.
Das Foto entstand während einer Podiumsdiskussion, als ein Mikrofon ausfiel. Heuer legte Siegmund dabei die Hand auf die Schulter, während sie sich zueinander beugten, um sich zu verständigen. Diese scheinbar entspannte Geste löste in Berlins Politikkreisen Bestürzung aus.
Kritiker sehen in dem Bild ein Symbol für die Erosion der politischen Quarantäne gegenüber der AfD. Eva von Angern von der Linken verurteilte die Aufnahme scharf und erklärte, solche Fotos dürften „nie gemacht werden“. Eine Hand eines Demokraten gehöre nicht auf die Schulter eines AfD-Mitglieds, betonte sie.
Unterdessen hinterfragte ZDF-Moderator Markus Lanz die pauschale Ausgrenzung von AfD-Politikern. Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei 29 Prozent – und damit als stärkste Kraft in Deutschland. In Sachsen-Anhalt liegt sie mit neun Punkten Vorsprung vor der CDU, die dort nur noch 20 Prozent erreicht. Bei der Wahl am 6. September zeichnet sich sogar eine absolute Mehrheit für die AfD ab.
Beobachter sind sich einig: Der politische „Cordon sanitaire“ bröckelt. Viele halten seinen Zusammenbruch für unvermeidbar. Der wachsende Zuspruch für die AfD und die schwindenden Werte der CDU spiegeln eine verschobene politische Landschaft wider. Das Foto und die anschließenden Reaktionen deuten darauf hin, dass die Isolation der AfD kaum noch aufrechterhalten werden kann. Die anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt könnte sich als Wendepunkt in der deutschen Politik erweisen.






