Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Heidelore BinnerDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm für afrikanische Märkte
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar für afrikanische Märkte auf den Weg zu bringen. Die Initiative markiert die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen und zielt darauf ab, die finanziellen Belastungen von Unternehmen zu verringern, die mit den Herausforderungen des bargeldbasierten Handels und der Lieferketten kämpfen.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele internationale Großbanken in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Afrika zurückgefahren haben, was zu einer wachsenden Finanzierungslücke im Handelssektor auf dem Kontinent geführt hat.
Das neue Programm konzentriert sich auf unterversorgte Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. In diesen Regionen herrscht ein chronischer Mangel an Handelsfinanzierungen – die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt das jährliche Defizit auf 100 Milliarden US-Dollar. Durch ein unfundiertes Risikobeteiligungsmodell übernimmt die BII eine Absicherungsfunktion für lokale Partner der Deutschen Bank.
Diese Struktur ermöglicht es der Deutschen Bank, afrikanischen Unternehmen mehr Kredite zu gewähren, ohne das volle Risiko allein tragen zu müssen. Besonders im Fokus stehen Firmen, die unter den belastenden Auswirkungen bargeldintensiver Import- und Lieferkettenpraktiken leiden, die oft das Betriebskapital binden und das Wachstum einschränken.
Die Ankündigung folgt auf eine Phase des Rückzugs internationaler Kreditgeber aus Afrika. Zwischen 2020 und 2025 haben mindestens 20 große Banken – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citigroup – ihre Aktivitäten in Schlüsselmärkten wie Nigeria, Südafrika und Ostafrika reduziert oder ganz eingestellt. Der aktuelle Aktienkurs der Deutschen Bank liegt bei 25,80 Euro und damit etwa 14 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
In einer separaten Personalrochade hat Gerald Podobnik die Position des Co-Leiters des globalen Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank übernommen. Er löst Ole Matthiessen ab und teilt sich die Verantwortung für die Sparte nun mit Michael Diederich.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll eine dringende Lücke in der afrikanischen Handelsfinanzierung schließen. Durch die Risikoteilung mit der BII kann die Deutsche Bank mehr Unternehmen in Märkten unterstützen, in denen Kapital knapp ist. Die Partnerschaft deutet zudem auf einen Wandel hin, da einige globale Banken beginnen, sich wieder stärker mit den finanziellen Bedürfnissen des Kontinents auseinanderzusetzen.