22 March 2026, 04:31

Deutschland führt Eignungstest für 18-Jährige ein – droht die Rückkehr der Wehrpflicht?

Altes Buchcover mit zwei uniformierten Männern, einer hält eine Waffe, vor einem Hintergrund aus Bäumen und Gebäuden, und der Titel 'Infanterie der Deutschen Legion 1813-14'.

Militärberater bei der Einberufung: 'Elternsorgen wachsen - Deutschland führt Eignungstest für 18-Jährige ein – droht die Rückkehr der Wehrpflicht?

Deutschland hat ein neues System eingeführt, das alle 18-Jährigen verpflichtet, einen Fragebogen zur militärischen Eignung auszufüllen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Verteidigungsbereitschaft des Landes und einer zunehmenden öffentlichen Unruhe über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Zwar bleibt der Militärdienst vorerst freiwillig, doch die Regierung hat signalisiert, dass sie die allgemeine Wehrpflicht wieder einführen könnte, falls die Rekrutierungsziele nicht erreicht werden.

Ab diesem Jahr erhält jeder junge Mann und jede junge Frau mit Vollendung des 18. Lebensjahres einen offiziellen Fragebogen. Das Formular bewertet ihre Motivation und Eignung für den Militärdienst. Männer sind gesetzlich verpflichtet, darauf zu antworten, während die Teilnahme für Frauen freiwillig bleibt.

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Die Änderung hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung geführt. Bis Ende Februar 2024 genehmigten die Behörden 1.035 Anträge – fast das Dreifache der üblichen Zahl. Prognosen zufolge könnten bis 2025 bis zu 2.830 Anträge bewilligt werden. Unterdessen bietet die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) weiterhin Beratung für diejenigen an, die unsicher sind, ob sie Wehrdienst leisten möchten, auch wenn bisher kein verstärkter Andrang zu verzeichnen ist.

Die öffentliche Reaktion fällt gemischt aus. In mehreren Städten haben studentische Proteste gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht stattgefunden. Dennoch sind die Bewerbungen für freiwillige Militärdienste in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen seit Januar gestiegen. Die Bundeswehr betont, dass die Rekrutierung weiterhin auf freiwilliger Basis erfolge, warnt jedoch, dass eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" wieder eingeführt werden könnte, falls die Zahl der Freiwilligen zu gering ausfällt.

Hinter dem Politikwechsel steht eine tiefere Verunsicherung. Viele Eltern und Großeltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder angesichts steigender globaler Spannungen. Zwar gibt es in Deutschland derzeit keine aktive Wehrpflicht, doch die Drohkulisse eines Krieges lässt Familien besorgt über mögliche künftige Einsätze zurück.

Das Fragebogensystem ist der jüngste Versuch Deutschlands, seine Streitkräfte ohne sofortige Wiedereinführung der Wehrpflicht zu stärken. Angesichts steigender Zahlen bei Kriegsdienstverweigerungen und sichtbarer öffentlicher Ablehnung wird der nächste Schritt der Regierung vom Erfolg der Rekrutierung abhängen. Fürs Erste müssen junge Erwachsene das Verfahren durchlaufen, während Familien die möglichen Konsequenzen eines Militärdienstes abwägen.

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