11 June 2026, 06:21

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus und Medienvorurteile

Zentralrat: Nuhr deckt 'Doppelmoral' der Medien auf

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus und Medienvorurteile

Der Satiriker Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis für sein Engagement zugunsten jüdischer Gemeinden in Deutschland und Israel ausgezeichnet worden. Die von Josef Schuster überreichte Ehrung würdigt Nuhrs Einsatz gegen Doppelstandards in der Medienberichterstattung. Schuster nutzte die Gelegenheit zudem, um die deutsche Presse für ihren Umgang mit Antisemitismus und der Israel-Berichterstattung zu kritisieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, warf den deutschen Medien vor, antisemitische Narrative zu verbreiten. Er verwies auf die seit Langem bestehende Problematik einer inkonsistenten Berichterstattung über Israel und das Judentum. Während der Verleihung lobte er Nuhr für dessen Bereitschaft, diese Vorurteile offen anzusprechen – selbst dann, wenn dies Kritik an Kollegen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedeutete.

In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass ein echtes antifaschistisches Engagement Antisemitismus in allen seinen Formen ablehnen müsse. Er machte deutlich, dass judenfeindliche Haltungen nicht nur im rechtsextremen Milieu, sondern auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten verbreitet seien. Der israelisch-muslimische Autor Ahmed Mansour würdigte Nuhr für seinen Mut, Positionen zu vertreten, die viele nicht mehr zu äußern wagten. Mansour merkte an, dass eine solche Ehrlichkeit eigentlich selbstverständlich sein sollte, in der heutigen Debattenkultur jedoch zur Seltenheit geworden sei.

Der nach dem Rabbiner Leo Baeck benannte Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu den früheren Preisträgern zählen prominente Persönlichkeiten wie die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Nuhrs Auszeichnung lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Probleme von Medienvoreingenommenheit und Antisemitismus in Deutschland. Die Ehrung unterstreicht seine Rolle bei der öffentlichen Auseinandersetzung mit diesen Themen. Der Preis macht zugleich deutlich, wie wichtig es ist, Vorurteile in allen politischen und kulturellen Bereichen zu bekämpfen.

Quelle