"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen fossile Energien und Rüstung
Friederike Ruppersberger"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen fossile Energien und Rüstung
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben in dieser Woche im gesamten Ruhrgebiet Proteste organisiert. Die Demonstrationen richteten sich gegen den Ausbau fossiler Brennstoffe und umfassten Blockaden, Besetzungen sowie symbolische Aktionen an zentralen Industrieanlagen. Die Gruppe kritisierte sowohl die Energiepolitik von Konzernen als auch der Regierung als umweltschädlich.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Die Protestierenden installierten zudem Solarpaneele auf dem Geländes des Kraftwerks, um erneuerbare Alternativen zu bewerben. Gleichzeitig besetzte eine weitere Gruppe die Werksgleise des Röhrenherstellers Europipe in Mülheim an der Ruhr.
In Hamm zog unterdessen ein als „rosa Finger“ bekannter Demonstrationszug in Richtung Hauptbahnhof. Die Teilnehmenden trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonzerne enteignen“. Die Polizei umstellte später eine Gruppe unter einer Brücke, da das Tragen von Gesichtsmasken gegen lokale Gesetze verstößt.
Rund 200 Aktivist:innen unterbrachen den Schichtwechsel im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte in Mülheim. Sie verteilten an die Arbeiter:innen Gebäck mit dem Slogan „Waffeln statt Waffen“. Tomke Jansen von Ende Gelände warf dem Betrieb vor, die Produktion von Panzerstahl für Kampffahrzeuge über Komponenten für Windkraftanlagen zu stellen. Fran Leitner, eine weitere Sprecherin der Gruppe, verurteilte den staatlichen Wechsel von Kohle zu Gas als ebenso klimaschädlich.
Die Proteste richteten sich gegen zahlreiche Standorte – von Kraftwerken bis zu Stahlwerken. Mit ihren Aktionen wollte Ende Gelände die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern infrage stellen und Lösungen für grüne Energie fördern. An einigen Orten kam es zu Polizeieinsätzen, nachdem bei den Demonstrationen gegen geltendes Recht verstoßen worden war.






