EU-Zollreform macht Online-Einkäufe aus Drittländern ab Juli deutlich teurer
Friederike RuppersbergerEU-Zollreform macht Online-Einkäufe aus Drittländern ab Juli deutlich teurer
Online-Einkäufe aus Ländern außerhalb der EU werden in den kommenden Jahren teurer. Ab dem nächsten Monat fallen auf selbst günstige Bestellungen zusätzliche Gebühren an – selbst bei Waren, die bisher zollfrei geliefert wurden.
Ab dem 1. Juli 2023 steigen die Preise für Einkäufe bei Händlern außerhalb der EU. Ein Handyhülle für 7 Euro könnte nach Abzug aller Gebühren fast 20 Euro kosten. Die Änderungen markieren den ersten Schritt hin zu strengeren Zollregeln.
Bis zum 1. November 2026 wird für Sendungen unter 150 Euro eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Produktkategorie fällig. Hinzu kommt die Einfuhrumsatzsteuer. Manche Logistikunternehmen könnten zusätzlich eine Servicegebühr für die Zollabwicklung erheben.
Ab etwa 2028 verschärfen sich die Vorschriften weiter: Jede Sendung – unabhängig vom Wert – unterliegt dann ab dem ersten Euro Zollabgaben. Damit entfällt die Steuerfreiheit für Bestellungen aus Drittländern, selbst bei Kleinstbeträgen.
Innerhalb der EU bleibt der Einkauf unkompliziert: Auf die meisten Waren fallen keine zusätzlichen Steuern oder Zölle an. Ausnahmen bilden etwa Kaffee, Alkohol und Tabakwaren. Doch wer bei Händlern außerhalb der EU bestellt, muss nicht nur mit höheren Kosten rechnen. Verbraucherschutzbestimmungen sind oft schwächer, und Rücksendungen gestalten sich schwieriger.
Experten raten, vor der Bestellung die rechtlichen Hinweise des Händlers sowie die Versandbedingungen zu prüfen. So lassen sich böse Überraschungen bei der Rechnung vermeiden.
Die neuen Regelungen machen den grenzüberschreitenden Handel teurer und komplizierter. Käufer müssen künftig mit Zusatzgebühren, Mehrwertsteuer und möglichen Serviceentgelten rechnen. Wer regelmäßig bei Nicht-EU-Händlern bestellt, sollte sich auf höhere Ausgaben einstellen.






