22 March 2026, 06:32

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiepolitik im Vergleich zu Skandinavien

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiepolitik im Vergleich zu Skandinavien

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär für Energie, hat sich kritisch zu Deutschlands aktueller Energiepolitik geäußert. Er wirft der Regierung vor, trotz wiederholter Warnungen weiterhin auf Öl und Gas zu setzen. Seine Kritik kommt, nachdem er im Mai 2023 wegen eines Interessenkonflikts vorläufig in den Ruhestand versetzt worden war.

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Graichen argumentiert, dass Deutschlands Ansatz im Vergleich zu skandinavischen Ländern an Ehrgeiz mangele. Zwischen 2021 und 2026 trieben Länder wie Norwegen, Schweden und Dänemark ambitionierte grüne Politiken voran. Norwegen verbot ab 2025 den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, während Schweden Steuerbefreiungen für Wärmepumpen ausweitete. Dänemark verschärfte die Vorschriften für Fernwärme, was in Norwegen und Schweden zu einer Wärmepumpen-Nutzung von über 40 Prozent führte. Elektroautos machen mittlerweile mehr als 80 Prozent des norwegischen Automarkts aus – unterstützt durch Steuererleichterungen, ein dichtes Ladenetz und Subventionen für erneuerbare Energien.

Er plädiert dafür, dass Deutschland diesem pragmatischen Mittelweg folgen solle, mit Fokus auf Wärmepumpen und Elektroautos. Die zögerliche Haltung der Regierung führt Graichen auf wirtschaftliche Interessen, rechtspopulistischen Einfluss und Widerstand gegen Veränderungen zurück. Er betont, dass die Klimakrise nicht von selbst verschwinden werde, und sagt eine Rückkehr zu mehr Nachhaltigkeit voraus – notfalls erzwungen durch die Umstände.

Um den Wandel zu beschleunigen, fordert er konkrete Maßnahmen wie Steuerreformen, die umweltfreundliche Alternativen für Haushalte und Unternehmen bezahlbarer machen sollen.

Graichens Äußerungen unterstreichen die Kluft zwischen Deutschlands aktuellem energypolitischem Kurs und den Erfolgen Skandinaviens. Seine Lösungsvorschläge zielen auf politische Weichenstellungen ab, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Debatte entsteht, während er nach dem Vorfall des vergangenen Jahres weiterhin von seiner früheren Position ausgeschlossen bleibt.

Quelle