Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Falk HornigGericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen und dem Magazin untersagt, zentrale Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil verbietet es der Zeitschrift, zu behaupten, Ulmen habe mit Hilfe von KI generierte gefälschte Pornografie von seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet.
Das Hanseatische Oberlandesgericht entschied, dass es nicht ausreichend Beweise für die Vorwürfe gebe. Zudem dürften Zitate aus privaten E-Mails Ulmens an seinen Anwalt nicht veröffentlicht werden, da diese in den „höchstpersönlichen Lebensbereich“ fielen und damit besonders schützenswert seien.
Ulmen hatte im April erstmals rechtliche Schritte gegen Der Spiegel eingeleitet. Im Mai hatte das Landgericht Hamburg dem Magazin zunächst noch erlaubt, über die Deepfake-Vorwürfe zu berichten. Trotz der neuen einstweiligen Verfügung darf die Publikation weiterhin über die Vorwürfe von Fernandes gegen Ulmen wegen körperlicher Misshandlung berichten.
Der Fall hat auch politische Kreise auf den Plan gerufen. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern schärfere Regelungen gegen den Missbrauch von KI. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte zudem an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ verschärfen zu wollen.
Unabhängig davon ermitteln Staatsanwälte in Potsdam gegen Ulmen wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt. Seine Kanzlei Schertz-Bergmann argumentierte, die ursprüngliche Berichterstattung von Der Spiegel habe zu einer überzogenen Medienberichterstattung und einer einseitigen öffentlichen Debatte geführt.
Die einstweilige Verfügung beschränkt, was Der Spiegel über Ulmens mutmaßliche Verstrickung in den Deepfake-Skandal veröffentlichen darf. Das Urteil schützt seine privaten Kommunikation und unterbindet Behauptungen ohne ausreichende Belege. Unterdessen drängen politische Vertreter weiterhin auf gesetzliche Reformen, um KI-generierten Missbrauch einzudämmen.






