Verborgenes Porträt der Mailänder Tänzerin Catarina von Tomatis unter einem Gemälde entdeckt
Friederike RuppersbergerVerborgenes Porträt der Mailänder Tänzerin Catarina von Tomatis unter einem Gemälde entdeckt
Unter einem Gemälde entdeckt: Das verborgene Porträt der Mailänder Tänzerin Catarina von Tomatis, eine Schlüsselfigur der Warschauer Elite
Ein verstecktes Porträt von Catarina von Tomatis, einer Mailänder Tänzerin mit engen Verbindungen zur Warschauer High Society, ist unter einem anderen Gemälde entdeckt worden. Das Werk, das zur Sammlung der Österreichischen Galerie gehört, wurde zwischen 1870 und 1900 übermalt – aus Gründen, die bis heute rätselhaft bleiben.
Catarina von Tomatis, geborene Filipazzi, stieg ab 1765 zu einer einflussreichen Persönlichkeit in den höchsten Kreisen Warschaus auf. Sie war die Maitresse des polnischen Königs und heiratete später Carlo Tomatis, der als Direktor der Königlichen Oper in Warschau tätig war. Mit seinem Vermögen ließ Tomatis den kleinen Palast Królikarnia errichten, in dem das Paar ein Leben in Luxus führte.
Das Porträt, gemalt von Johann Baptist Lampi dem Älteren, war unter der groben Darstellung einer Frauenbüste verborgen. Katharina Lovecky, Kuratorin im Belvedere, betont, dass der Grund für diese Übermalung nach wie vor ungeklärt ist. Manche vermuten, dass Nachkommen sich für ihre Vergangenheit schämten oder persönliche Abneigung eine Rolle spielte. In einem weiteren Werk von Lampis Sohn kam ebenfalls eine Überraschung ans Licht: Nach der Entfernung einer dunklen Stelle zeigte sich ein geflügelter Amor vor einem Spiegel.
Ob das Porträt Catarinas freigelegt werden soll, bleibt umstritten. Die Tatsache, dass es versteckt wurde, fügt der Geschichte eine eigene historische Dimension hinzu. Das übermalte Bild wirft Fragen über das Erbe Catarinas von Tomatis auf – und die Verbergung selbst ist längst Teil der Erzählung geworden. Fachleute diskutieren weiterhin, ob das Original restauriert oder die spätere Version erhalten bleiben soll.






