Grüner Unternehmer fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Friederike RuppersbergerGrüner Unternehmer fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Mitinhaber eines mittelständischen Unternehmens und Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Die Abgabe soll Vermögen über 100 Millionen Euro treffen und jährlich rund zwei Prozent betragen. Haeusgen argumentiert, die Steuer erhöhe die Gerechtigkeit und fördere gleichzeitig die Einhaltung bestehender Regeln.
Haeusgen, der gemeinsam mit Marie-Luise Wolff die Wirtschaftsvereinigung der Grünen leitet, schlägt vor, dass die Steuer Kürzungen bei anderen Sozialleistungen ausgleichen könnte. Zudem regt er an, Steuern auf inländische Kapitalerträge und Einkommen mit der Vermögensabgabe verrechnen zu können. Dies verhindere, so Haeusgen, eine Aushöhlung der Vermögenssubstanz.
Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die Vereinigung enttäuschte Anhänger der FDP sowie umweltbewusste Unternehmer gewinnen will. Haeusgen, der von 2020 bis 2024 den konservativen Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) führte, äußert sich regelmäßig zu wirtschaftspolitischen Themen.
Kritisch äußert er sich zur Regierungspolitik bei den steigenden Spritpreisen: Die jüngsten Senkungen der Mineralölsteuer bezeichnet er als wirkungslose "Gießkannenhilfe". Obwohl er selbst von der neuen Steuer betroffen sein könnte, betont Haeusgen, dass sie zu einem ausgewogeneren System beitrage.
Die Vermögenssteuer soll nur die größten Vermögen ab 100 Millionen Euro erfassen. Haeusgens Konzept sieht Schutzmechanismen vor, um den Kernwert der Vermögen zu bewahren, während die Steuergerechtigkeit insgesamt steigt. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte er Deutschlands Umgang mit Vermögensverteilung und Haushaltsverantwortung grundlegend verändern.






