Halles Poller-Streit: Sicherheit oder Überreaktion zur Fußball-WM?
Heidelore BinnerHalles Poller-Streit: Sicherheit oder Überreaktion zur Fußball-WM?
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre, ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Fahrzeugverkehr zu regulieren. Die Absperrungen können abends und nachts hochgefahren werden. Die Behörden wollen damit vor allem riskantes „Protzfahren“ unterbinden und Fußballfans schützen, die sich in dem Viertel versammeln.
Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Maßnahme scharf. Sie bezeichnen die Poller als „militaristisch“ und „völlig übertrieben“ und warnen, die Konstruktion könne das gewohnte Flair der Straße zerstören. Viele fühlen sich zudem von der Stadt nicht ausreichend konsultiert.
Nur drei Gaststätten in der Kleinen Ulrichstraße planen, WM-Spiele öffentlich zu übertragen. Die Betreiber argumentieren, dass ohne Live-Übertragungen ohnehin kaum Fans in das Viertel kommen würden – die Poller seien daher unnötig. Stattdessen schlagen sie gezielte Polizeistreifen vor, insbesondere an Freitag- und Samstagabenden.
Die Stadt rechnet damit, dass die Einnahmen aus Bußgeldern durch die Polizeikontrollen die Kosten für den Einsatz der Beamten decken. Die Geschäftsleute halten diesen Ansatz für wirksamer und kostengünstiger als die Poller.
Die ausfahrbaren Barrieren sind nun montiert, um rücksichtsloses Fahren zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen. Die Betreiber bleiben bei ihrer Ablehnung und bevorzugen polizeiliche Maßnahmen als praktikablere Lösung. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, wie öffentliche Räume während des Turniers am besten gestaltet werden sollten.






