Halles TINA-Straßenbahnen lösen Lärmproteste und politische Debatten aus
Friederike RuppersbergerHalles TINA-Straßenbahnen lösen Lärmproteste und politische Debatten aus
Halles neue TINA-Straßenbahnen sorgen seit ihrer Einführung für weitverbreitete Verärgerung unter den Anwohnern. Die Hauptkritikpunkte sind übermäßiger Lärm und starke Vibrationen, die zu Protesten lokaler Initiativen geführt haben. Die Stadtverwaltung hat unterdessen einige Probleme eingeräumt und Besserungen an der Flotte versprochen.
Die Schwierigkeiten begannen, nachdem die von Stadler gebauten TINA-Bahnwagen in Halle in Betrieb genommen wurden. Besonders betroffen sind Bewohner in Halle-Neustadt, die über anhaltende Belästigungen klagen. Daraufhin bildete sich die Bürgerinitiative „TINA – Aber nicht so!“, deren Proteste die Störungen durch den Betrieb der neuen Straßenbahnen thematisieren.
Als Reaktion auf die Kritik reichte die CDU-Stadtratsfraktion eine offizielle Anfrage zum Beschaffungsverfahren ein. Dr. Jörg Erdsack, CDU-Vertreter, hinterfragte, ob die Stadt Lehren aus anderen Städten ignoriert habe. Zudem äußerte er Bedenken, ob alternative Hersteller eine bessere Lösung hätten bieten können.
Die Verwaltung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um einige Mängel zu beheben. So sollen fehlende Haltestangen bald durch Haltegurte nachgerüstet werden. Zum Fehlen von Fahrkartenautomaten erklärten die Verantwortlichen, dies sei Teil des Umstiegs auf digitale Verkäufe und eine effizientere Abwicklung.
Der Hersteller Stadler arbeitet derzeit an technischen Lösungen, um Lärm und Vibrationen zu reduzieren. Die älteren MGT6D-Bombardier-Bahnwagen werden schrittweise bis 2028 außer Dienst gestellt, wobei vier Einheiten für die Linie 7 erhalten bleiben. Die moderneren MGTK-Züge hingegen bleiben bis in die 2030er- und 2040er-Jahre im Einsatz, da vorerst kein Ersatz geplant ist.
Die Stadt treibt die Anpassungen an den TINA-Bahnwagen voran, darunter die Nachrüstung von Haltegurten und die Optimierung der Lärmwerte. Stadlers technische Updates sollen die Sorgen der Anwohner mildern, während der Fahrplan für die Ausmusterung der Altbestände unverändert bleibt. Die Situation zeigt die anhaltenden Bemühungen, Modernisierung und öffentliche Zufriedenheit im Halleschen Nahverkehr in Einklang zu bringen.






